Goldbeck l 100 Besucher waren Ziel und Wunsch der Gemeinde Goldbeck, sogar 20 mehr saßen am Sonnabend in der Zuckerhalle. Ausverkauft! Dort, wo gerade erst der Pflaumenmus in den Kesseln blubberte, erlebten die Gäste in kalter Luft Kunst der etwas anderen Art. Die Poetry Slammer Mona Zwinzscher, Laura Schaar, Karsten Steinmetz und Herbert Beesten experimentierten derart mit ihren Kurztexten, Geschichtchen und Gedichten, dass dem ein oder anderen Zuhörer noch der Mund offen stand, während der nächste schon schallend zu lachen begann. Gleich zu Beginn erweiterte Herbert Beesten den Kunstbegriff, indem er mit einem kryptischen Texterguss über eine Autobahnfahrt („Leitpfahl, Leitpfahl, Leitpfahl...“) das überraschte Publikum für sich gewann.

„Wir müssen reden“, dieser Satz ist ja noch viel schlimmer als die Frage „Darf ich dich etwas fragen?“, so befand hiernach Mona Zwinzscher, die nach Bühnenextasen gerne mal die Haltung einer hilflosen Schildkröte annehme... Die Künstler philosophierten also über das und ihr Leben. Dabei schauspielterten sie, riefen auch mal von der Empore herunter. Dazu gab‘s keltisch-irische Livemusik, Wein und Gespräche darüber, dass sich in der Zuckerhalle etwas bewegt. Weil das so ist, kam die Osterburger Stadt- und Kreisbibliothek als Organisator der Landesliteraturtage überhaupt erst auf die Idee, dort anzufragen. Die Zuckerhalle und die „Slammer“, das passte zusammen.

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