Granit ist nicht gleich Granit / Salz, Frost und Abrieb setzen Natursteinen in Osterburg zu

Poröses Pflaster sorgt für Kopfzerbrechen

Granit ist nicht gleich Granit. Preiswerte Natursteine in Osterburg drohen ein Opfer von Frost, Salz sowie Abrieb zu werden und der Stadt in Zukunft auf die Füße zu fallen.

Osterburg l Der Granit aus China (oder von anderen preiswerten Lieferanten), der in den vergangenen Jahren ganz im Sinn des Ortsbildes und der Städtebausanierung in Osterburg verbaut wurde, sorgte mit Lieferengpässen und damit verbundenen Bauverzögerungen bei diversen Projekten schon öfter für Unmut bei Kommunalpolitikern und Verwaltungsleuten. Das könnte aber sozusagen ein Kaffeekränzchen gegen das sein, was den Biesestädtern in den kommenden Jahren droht. Denn ein Großteil der in Asien geförderten und behauenen Steine entspricht offenbar nicht den deutschen Qualitätsvorstellungen. Sichtbar wird das unter anderem an der Poststraße oder im nördlichen Teil der Breiten Straße. Dort meint der Beobachter auf den ersten Blick, dass der Unterbau im Laufe der Zeit nachgegeben haben könnte und einige Steine abgesackt sind. Bei genauerem Hinsehen aber entdeckt man, dass der Granit von oben einfach nur zerbröselt.

Wert auf Material bei Ausschreibungen legen

Kurt Anglmeyer hatte das Problem in der jüngsten Sitzung des Osterburger Ortsrates angesprochen und Frostsprengungen vermutet, verursacht durch Wasser, das in den porösen Naturstein eindringt. Der stellvertretende Einheitsgemeindebürgermeister Detlef Kränzel konkretisierte den Punkt in der Versammlung des Bauausschusse am Montagabend, als er von Schäden durch Streusalz sprach - was die Frostschäden nicht ausschließt, im Gegenteil vielleicht sogar noch begünstigt.

Während Kränzel die Diskussion darauf lenkten wollte, wie offensiv man künftig mit Streusalz umgehen soll, verwies Holger Krause auf Materialschwächen, die zu einem Großteil auch der Sparsamkeit der Kommune bei Bauvorhaben geschuldet wären. Der Unternehmer, der seine Brötchen vor allem im Straßenbau verdient und als fachkundiger Bürger im Fachausschuss sitzt, machte auf große Qualitätsunterschiede aufmerksam, die bei Naturmaterialien an der Tagesordnung sind. Es gebe durchaus behauene Steine, die resistent gegen Salz sind. Zu sehen vor allem an Bordsteinabschnitten, die keine Schäden aufweisen oder zum Beispiel am Granitpflaster in der Naumannstraße, die viel früher als der nördliche Teil der Breiten Straße fertig gestellt wurde, aber laut Krause keine vergleichbaren Schäden an der Tragschicht aufweise.

Wie groß die Schäden in Osterburg sind, darüber gibt es noch keine Auflistung. Auch nicht darüber, ob jemand zur Verantwortung zu ziehen ist oder ob es bei künftigen Ausschreibungen zu entsprechenden Materialauflagen kommt, die Projekte mit Sicherheit verteuern dürften.

Vorerst hoben die Ausschussmitglieder mehrheitlich die Hand dafür, die Stadtwerke Osterburg beim Winterdienst zum minimalsten Salzeinsatz zu ermutigen und zu ermächtigen. Mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke wurde laut Kränzel schon gesprochen.

Alternativen für den Winterdienst prüfen

Außerdem soll es darüber hinaus einen Appell an die Osterburger Einwohner geben, bei ihrer Räum- und Streupflicht weitestgehend auf Salz zu verzichten und auf andere Streumittel zurückzugreifen. So wie die Stadtwerke, die Sand zum Abstumpfen streuen und nur so wenig Salz zusetzen wollen, dass das Schüttgut nicht zu Klumpen gefriert.