Distanz-Unterricht

Regelmäßiger Kontakt zu den Eltern

Der Distanz-Unterricht an der Goldbecker Schule läuft gut.

Von Ingo Gutsche

Goldbeck l Obwohl die meisten Schüler dieser Tage von zu Hause aus vor den Aufgaben sitzen und grübeln, haben die Schulen geöffnet. So auch die Goldbecker Grundschule. Trotz der aufgehobenen Präsenzpflicht während des Lockdowns müssen die Einrichtungen die Betreuung aufrechterhalten - Kinder von Eltern, die in den systemrelevaten Berufen tätig sind, sorgen dafür, dass die Klassenräume nicht völlig verwaist sind.

Schulleiter Jens-Uwe Marquardt sitzt im Büro der Grundschule, die im Oktober öffnete und in dem sich die Erst- bis Viertklässler sowie Pädagogen bereits eingelebt haben. Er führt Absprachen, ist jederzeit telefonisch erreichbar. Eine Kollegin wendet sich an ihn und will wissen, wie die Schule das mit den Halbjahreszeugnissen regelt. Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hat sich auch während der aktuellen Lage dafür ausgesprochen, vor den Winterferien die Zeugnisse zu verteilen. Jener Aufgabe werden sich die Pädagogen stellen. Sie haben regelmäßigen Kontakt zu den Eltern der Schülerinnen und Schüler. „Das klappt sehr gut“, sagt Steffi Kobelt, Klassenlehrerin der zweiten Klasse.

Der „Draht“ per Telefon sei während dieser Phase immens wichtig. Die Goldbecker Schule, in der normalerweise 103 Mädchen und Jungen unterrichtet werden, habe einen guten Weg gefunden. Die Lehrkräfte wechseln sich bei den täglichen Telefon-Sprechtagen ab. Die Eltern können sich somit stets an die Schule wenden. „Das wird sehr gut genutzt“, sagt Marquardt. Unter anderem gebe es Nachfragen zu den Aufgaben der Kinder. Jene Aufgaben, die sich größtenteils auf die Grundfächer Deutsch und Mathematik beziehen, erhält die Schülerschar aus dem Internet. Dies habe sich bereits während des Lockdowns im Frühjahr bewährt. Der jeweilige Klassenlehrer stellt auf der Homepage der Goldbecker Schule die abzuarbeitenden Aufgaben hinein. Jeweils als Wochenpläne. „Damit die Kinder einen Rhythmus haben“, so der Schulleiter. Dass die Mädchen und Jungen auch daheim lesen, schreiben und Rechenaufgaben lösen, davon sind die Goldbecker Pädagogen überzeugt. Dies würden die Erziehungsberechtigten bestätigen. „Wir sind uns bewusst, dass die Situation für die Eltern eine große Herausforderung ist“, weiß Jens-Uwe Marquardt, der ihnen die vollste Unterstützung zusichert.

Und wenn eine Aufgabe den Kindern als zu schwierig erscheint, sei es auch nicht tragisch. „Ich babe den Eltern gesagt: Mut zur Lücke“, gab Steffi Kobelt den Muttis und Vatis mit auf den Weg. Diese können sich auch per Mail an den Klassenleiter wenden. Und es sei auch schon vorgekommen, dass den Eltern nach Absprache entsprechende Arbeitsblätter für ihren Nachwuchs aus dem Fenster des Schulbüros ausgehändigt wurden.

In dieser Woche saßen 20 Mädchen und Jungen aus allen vier Jahrgängen in den Unterrichtsräumen. In kleinen Gruppen und mit genügend Abstand. Um diese Kinder kümmern sich zwei Lehrkräfte. „Diese Schüler lösen genau die gleichen Aufgaben, die ihre Mitschüler im Distanzunterricht bekommen“, sagt Marquardt, der sich wie seine Kollegen darauf freut, alle Kinder wieder persönlich begrüßen zu können. „Vielleicht wird das nach den Ferien am 15. Februar der Fall sein“, möchte der Schulleiter jedoch keine Prognose stellen. „Wir warten auf die entsprechende Information aus dem Kultusministerium.“

Wenn der reguläre Schulbetreib aufgenommen wird, werden die Lehrerinnen und Lehrer der Goldbecker Schule auf die zu Hause gelösten Aufgaben zurückkommen und Schwerpunktthemen setzen. Auf eine Verlängerung des Lockdowns sei die Grundschule indes vorbereitet. Als eine Bereicherung könne sich der Schulleiter die Plattform „SchoolFox“, ein über das Handy funktionierender Schul-Messenger, vorstellen, bei der Schüler und Lehrer schnell und sicher in Kontakt treten könnten. „Wir sind bei der Planung“.