Osterburg l Die Stadt will Gehbeeinträchtigten und Rollator­nutzern Hürden aus dem Weg räumen. Borde werden abgesenkt, zudem sollen grobe Schäden, die Passanten im Altneubaugebiet das Benutzen der Gehwege erschweren, beseitigt werden. Laut Bauamtsleiter Matthias Köberle plant die Stadt dafür robuste Reparaturen, „die von der Qualität her an einen Neubau herankommen.“ Angedacht sei, auf den maroden Abschnitten das Pflaster aufzunehmen und den Untergrund fachgerecht zu verdichten sowie abzuziehen. Die bisherigen Pflastersteine sollen wieder Verwendung finden, „besonders kaputtes Material werden wir aber ersetzen“, kündigte Köberle an.

Wo genau in dem 1000-Einwohner-Quartier Bauleute tätig werden sollen, sagte der Bauamtsleiter noch nicht. Dies müsse erst im Rahmen einer Bestandsaufnahme geklärt werden. Dazu werde man sich mit der Wohnungsgesellschaft und der Wohnungsgenossenschaft abstimmen, die den Großteil der Wohnungen in den Neubaublöcken verwalten. Sowohl Gesellschaft als auch Genossenschaft hätten sich in den zurückliegenden Jahren schon selbst um marode Gehwegbereiche gekümmert, stellte der Bauamtsleiter bei einer Stippvisite vor Ort fest. „Dort ist schon unabhängig von uns viel passiert.“ Die Wohnungsverwalter handelten – kommunale Investitionen in die Infra­struktur des Wohngebietes köchelten dagegen in den zurückliegenden Jahren auf Sparflamme. Die Stadt hielt sich zurück, obwohl sie im Jahr 2015 mit einem Konzept zur Weiterentwicklung des Altneubaugebietes im Landeswettbewerb „Auf dem Weg zur barrierefreien Kommune“ einen mit 30 000 Euro dotierten Preis sowie eine Förderzusicherung in Höhe von 150 000 Euro gewonnen hatte. Für dieses Jahr stand mit der anvisierten Erneuerung eines Teilabschnittes der August-Bebel-Straße tatsächlich eine erste Großmaßnahme im Raum. Doch die Pläne zerschlugen sich im Herbst 2019. Zum einen legten Untersuchungen offen, dass die Regen- und Schmutzwasserkanäle der August-Bebel-Straße unmittelbar mit denen im Geschwister-Scholl-Weg zusammenhängen. Der deshalb von Baufachleuten empfohlene Ausbau beider Straßen hätte das Projekt massiv verteuert. Zum anderen deutete sich schon zu diesem Zeitpunkt an, dass in Sachsen-Anhalt demnöchst die Straßenausbaubeitragssatzung abgeschafft werden könnte. Um zu vermeiden, dass Grundstückseigentümer in der Einheitsgemeinde auf den letzten Drücker über die Zwangsabgabe für Ausbaumaßnahmen zahlen müssen, hat Osterburg sämtliche Straßenbauprojekte auf Eis gelegt, bis im Landtag über die Ausbaubeitragssatzung entschieden ist. Wann die August-Bebel-Straße erneuert werden kann, sei deshalb aktuell nicht abzuschätzen, erklärte Matthias Köberle. Die Reparatur maroder Gehwege sei daher auch als Signal zu verstehen, „dass wir die Bewohner des Altneubaugebietes nicht vergessen haben.“