Kita und Senioren

Richtkrone hängt bei DRK-Neubau Krusemark in 15 Metern Höhe

Von Karina Hoppe
Die neue Krusemarker Kita und Senioren-Tagespflege in Hohenberg-Krusemark beeindruckt schon von Weitem. Das Ausmaß hat seinen Sinn. Foto: Karina Hoppe

Hohenberg-Krusemark

„Boah, was ist das denn?“ So mag reagieren, wer länger nicht aus Richtung Hindenburg nach Hohenberg-Krusemark fuhr. Im Dorf angekommen, erhebt sich rechts vorm Sportplatz plötzlich dieses große Haus. „Es ist ein richtiges Bauwerk, ein Kunstwerk für diese Region“, schwärmte Victor Schellert, Controller beim DRK „Östliche Altmark“, am Montagnachmittag draußen vor dem Gebäude. Es war Richtfest, mit Sonnenschein, die Erntekrone flatterte noch über der Firsthöhe von 14,50 Meter. Wow! „Sie müssen erstmal in der Tenne stehen“, sagte Dirk Kautz (parteilos) als Bürgermeister von Hohenberg-Krusemark. Das Gebäude nach Plänen von Architekt und Bauleiter Florian Hallmann misst 65 Meter in der Länge, 20 in der Breite, hat eine Grundfläche von 1000 Quadratmetern, allein die Dachfläche beträgt 1850 Quadratmeter. Und dies nicht, damit alles möglichst groß ist, sondern zuvorderst aus energetischen Gründen. „Das Dach ist ein Kaltdach, es wirkt wie ein Puffer, dämmt im Winter und verhindert im Sommer das Aufheizen des Gebäudes“, so Hallmann. Die Gebäudeform füge sich ins Dorfbild ein, auch die innovative – oder eigentlich althergebrachte – Reeteindeckung. „Danke an alle, die den Mut für dieses Projekt hatten“, sagte der DRK-Vorstandsvorsitzende Frank Latuske. Das DRK ist Träger der Kita, erbaut das Gebäude mit Gesamtkosten in Höhe von rund 3 Millionen Euro. Die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck ist über die Ausgleichszahlungen für die Kitabeiträge mit im Boot. Die Gemeinde Hohenberg-Krusemark unterstützt das Vorhaben, verkaufte etwa das Grundstück ans DRK, das Gebäude soll ans Nahwärmenetz angeschlossen werden.

Anfragen auch für Senioren-Tagespflege

In ein Drittel des Hauses zieht eine Senioren-Tagespflege, in zwei Drittel die Krusemarker Kita „Villa Spatzennest“, die nach dem Umzug anders heißen werde, „aber wie, das wird noch nicht verraten“, sagt Leiterin Katrin Eppert. Seit Baubeginn besuchen die Erzieher die Baustelle einmal wöchentlich mit den Kindern. „Sie sind von Anfang an mit dabei und voller Vorfreude.“ Der Neubau ist konzipiert für 42 Kinder, aktuell sei die Kita sehr gut ausgelastet, „es gibt einen richtigen Babyboom in der Gemeinde“. Auch an Anfragen für die Senioren-Tagespflege mangele es laut Schellert nicht.

Schlüsselübergabe und Einweihung sollen im Herbst sein, genau genommen „in 130 Tagen, 270 sind jetzt um“, sagte Victor Schellert mit Augenzwinkern gen Florian Hallmann. Dieser gebe sein Bestes, „aber das mit den Baumateriallieferungen ist derzeit wirklich unberechenbar“. Als Planer sei Hallmann auch gerne Bauleiter, „ich möchte ja bis zum Schluss den Daumen drauf haben. Auch in Detailfragen“. Ein paar Monate können die Kinder wie am Montag also auf jeden Fall noch singen „Wer will fleißige Handwerker sehen...“ Das wollen im Übrigen auch ganz Fremde, die schier von dem Gebäude beeindruckt seien und einfach mal an der Baustelle anhalten.

Die Kinder der „Villa Spatzennest“ Hohenberg-Krusemark führten beim Richtfest ein kleines Programm auf. Sie besuchen ihre künftige Bleibe einmal die Woche.
Foto: Karina Hoppe