Erholung

Rossau: Freizeitgelände lockt nach neuen Investitionen mehr Besucher an

Von Nico Maß
Ortsbürgermeister Bernd Drong stellt Anton, Anna, Niklas und Karl (alle 5) aus der Kindertagesstätte des Dorfes neu angepflanzte Bäume vor. Sie haben auf dem Freizeitgelände in Rossau Platz gefunden.
Ortsbürgermeister Bernd Drong stellt Anton, Anna, Niklas und Karl (alle 5) aus der Kindertagesstätte des Dorfes neu angepflanzte Bäume vor. Sie haben auf dem Freizeitgelände in Rossau Platz gefunden. Foto: Nico Maß

Rossau

Sportanlagen, Spielplatz und Naturlehrpfad, daneben die Biese: Das Rossauer Freizeitgelände ist ein lauschiges Fleckchen, das anscheinend auch immer mehr Altmärker für sich entdecken. „Was an den Wochenenden manchmal dort los ist, wie viele Autos auf dem Parkplatz stehen, ist einfach nur schön zu sehen. Vor allem Familien relaxen dort“, hat Bernd Drong beobachtet. Für den Rossauer Ortsbürgermeister steht fest, „dass unser Freizeitgelände eine kleine Erfolgsgeschichte ist“. Und ganz bestimmt kein Geheimtipp mehr, „auch wenn ich mich darüber freuen würde, wenn sich die Attraktivität unseres Freizeitgeländes noch mehr herumspricht und es zukünftig vielleicht auch von Schulklassen angesteuert wird.“

Ausflüglern habe das Areal viel zu bieten, betont Drong. Auf dem quasi an der Nahtstelle der beiden Dorfteile Klein und Groß Rossau gelegenen Gelände führt seit Anfang der 1990er Jahre ein vom damaligen Rossauer Fremdenverkehrsverein initiierter und mit verschiedenen Schautafeln versehener Naturlehrpfad entlang.

Eine Kinderburg machte den Anfang

2006 erwarb die damals noch eigenständige Gemeinde Rossau das von der Straße bis zum Rodelberg reichende Gelände, um das mehrere 1000 Quadratmeter große Naherholungszentrum Stück für Stück aufzuwerten. Noch im gleichen Jahr bauten Mitarbeiter einer Beschäftigungsgesellschaft eine Kinderburg und einen Sandkasten auf. Im Gegenzug fiel kurze Zeit später die alte „Bieseblick“-Baracke der Abrissbirne zum Opfer. 2009 weihten die Rossauer einen Bolzplatz sowie ein Beachvolleyballfeld ein. Und im Jahr 2017 wurde der Spielplatz mit Doppelschaukel, einer Kombination aus Rutsche, Kriechröhre, Türmen sowie Klettermöglichkeiten aufgewertet.

Zuletzt folgten verschiedene Neuanpflanzungen und eine umfassende „Frischzellenkur“ für den rund 800 Meter langen Naturlehrpfad. Dank einer 15.000-Euro-Geldspritze aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums und weiteren 5000 Euro von der Einheitsgemeinde wurden neue Lerntafeln, Natur-Quiztafeln sowie interaktive Elemente wie ein sogenanntes Facettenauge angeschafft. Letzteres bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, sich in die Welt der Insekten zu versetzen und mit den Augen der Flug-, Kletter sowie Krabbelkünstler in den Lebensraum zu schauen. Abseits davon seien auch sämtliche Schau- und Mitmachelemente des ursprünglich bis zur alten Bahnbrücke reichenden Naturlehrpfades auf dem Freizeitgelände konzentriert.

Längst bereichern auch Schnurbaum, Eberesche, Säulen-Ulme, Esskastanie, Raywood-Esche und Blutbuche den Naturlehrpfad. „Diese Bäume haben im Schnitt um die 280 Euro gekostet. Wir konnten sie komplett aus Spenden finanzieren“, sagt Bernd Drong.

Spender werden auf einer Tafel verewigt

Die Familien und Vereine, die dafür in die eigenen Geldbeutel gegriffen haben, sollen auf einer Tafel aufgeführt werden, die vor Ort an den Bäumen ihren Platz finden wird. Darüber ist sich der Rossauer Ortschaftsrat einig, der in diesen Tagen über die Gestaltung der Tafel diskutierte. Mit 1000 Euro aus dem eigenen Ortsbudget unterstützen Drong und seine Ratskollegen zudem eine Initiative, die der Förderverein der örtlichen Feuerwehr auf dem Freizeitgelände in die Tat umgesetzt hat. Die Förderer stellten dort einen Lagercontainer auf, in dem vor allem Material für die Ausbildung im Nachwuchsbereich verwahrt wird. Außerdem gestalteten sie das Umfeld des Containers.

Neben den Feuerwehrförderern und den Anglern, die sich längst regelmäßig um Pflegearbeiten im Bereich des Bieseufers kümmern, wollen die Ortspolitiker weitere Vereine für das Freizeitgelände einspannen. „Wir denken da an die Übernahme von Patenschaften“, sagt Drong. So sei er bereits mit dem Rossauer Sportverein im Gespräch. Dessen Mitglieder könnten künftig die Pflege des Bolzplatzes sowie des Beachvolleyball-Feldes schultern. Ein weiterer Ansprechpartner sei der örtliche Jugendklub, den der Ortschef für Holzpflegearbeiten an den Sitzgruppen gewinnen will.

Eine Seilbahn soll den Spielplatz bereichern

Das Entstandene soll in Schuss bleiben, gleichzeitig denkt Bernd Drong aber auch über weitere Aufwertungen nach. Nachdem Stadtgärtner Norman Sengstock auf einem am nördlichen Rand des Freizeitgeländes gelegenen Teilstück eine Blühwiese angelegt hat, sollen perspektivisch weitere Baumpflanzungen folgen. Und auch für den Spielplatz wünscht sich der Ortschef eine neue Attraktion. „Eine Seilbahn, die vom Rodelberg zum Spielplatz führt, muss unbedingt noch her“, legt er sich schmunzelnd fest.

Diesen Lagercontainer haben Mitglieder des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Freizeitgelände aufgestellt.
Diesen Lagercontainer haben Mitglieder des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Freizeitgelände aufgestellt.
Foto: Nico Maß