Stadt Werben mehrheitlich gegen ein kommunales Spendenkonto / Ein Verein könnte es richten

Rückschlag für Albrecht-Denkmal

Von Ingo Gutsche 20.06.2013, 03:13

Ist das geplante Denkmal für Albrecht den Bären gefährdet? Der Werbener Stadtrat äußerte seine Bedenken gegenüber einem von der Kommune geführten Spendenkonto und lehnte dieses ab.

Werben l Die Werbener Stadträte erteilen der Wiedererrichtung eines Denkmals für Albrecht den Bären eine Absage. Jedenfalls in der geplanten Form über ein städtisches Konto. Mehrheitlich sprachen sich die Kommunalpolitiker am Dienstagabend gegen die Idee der CDU-Fraktion des Stadtrates aus.

Mit Spendengeldern sollte die Statue vom ersten Markgrafen Brandenburgs finanziert werden. Allerdings erachtet das Gremium ein von der Kommune geführtes Konto nicht als geeignete Lösung. "Die Verfahrensweise kann ich nicht mit tragen", kritisierte Haase die Pläne der CDU-Fraktion um Michael Schnelle, die bereits erste Gelder für den Aufbau eines Denkmals entgegen nahm. Das Stadtoberhaupt fügte jedoch hinzu, dass "die Würdigung eine gute Sache" sei. Da jedoch die Stadt die Haftung für die rechtmäßige Bescheinigung der Spendenquittungen übernehmen müsse, regte der Bürgermeister einen seiner Meinung nach ratsameren Lösungsweg an: "Ein Verein müsste das regeln." Die Mehrheit konnte er damit überzeugen. Sechs Räte votierten gegen das städtische Spendenkonto; bei drei Enthaltungen gab es drei Befürworter in der Runde. "Das ist natürlich nicht das Ende der Geschichte", hofft Haase, dass sich die Fürsprecher an einen Tisch setzen. Schnelle, der mit seiner Idee nicht auf taube Ohren stieß und bereits eine Arbeitsgruppe initiierte, sprach nach der Abstimmung von einer "Blamage für die Stadt". Der CDU-Fraktionsvorsitzende kann die Skepsis gegenüber einem kommunalen Konto nicht nachvollziehen. "Die Stadt kann sich doch nicht aus der Verantwortung nehmen; die Denkmäler gehören doch der Stadt", zweifelt er ein klares Bekenntnis der Verantwortlichen an. Falls die benötigte Summe für ein Abbild des Askanierfürsten nicht zusammen käme, "bekommen die Spender halt ihr Geld zurück". Kämmerin Dana Hoedt bestätigte auf Nachfrage von Stadtrat Michael Nix das Verfahren.

"Wir arbeiten an einer Lösung"

Zudem wollte er wissen, ob sich auch die Stadt - falls die Spenden nicht die benötigten Mittel ergeben - beteiligen kann. "Dann müsste nochmals ein Beschluss gefasst werden, da ausdrücklich die Rede davon ist, dass nur durch Spendengelder das Denkmal finanziert wird." Die Kämmerin bestätigte auch, dass ein vorübergehendes Konto (Verwahrkonto) eingerichtet wurde, da bereits 500 Euro eingegangen sind.

Schnelle kündigte gestern an, dass die Arbeitsgruppe das Ziel, eine Statue des Markgrafen im Elbstädtchen zu platzieren, nicht aus den Augen verlieren wird. "Wir arbeiten an einer Lösung." Dabei hätten sich die Denkmal-Verfechter noch nicht über ein mögliches Aussehen und einen konkreten Standort unterhalten. Der Vorwurf an die Arbeitsgruppe, bereits den Platz auf dem Areal der Johanniskirche auserkoren zu haben, was die Kirchengemeinde auf den Plan rief, kann Schnelle nicht verstehen.

"Dem Arbeitskreis würde sicherlich ein Verein gut zu Gesicht stehen", regt Stadtrat Johann-Joachim Schorlemmer an die Adresse der Mitstreiter von Michael Schnelle an, einen Verein zu bilden. "Wo das Denkmal dann stehen soll, ist zweitrangig." Schorlemmer könne sich gut vorstellen, in ihm mitzuwirken. Bereits von 1906 bis 1917 war Albrecht der Bär Teil des Kirch-Vorplatzes. Kaiser Wilhelm schenkte der Stadt eine Statue, die im Ersten Weltkrieg verschwand.