Rochau l „Ich kann es noch gar nicht beschreiben“, meinte Ingrid Löbcke auf die Frage, ob mit dem Abschied aus dem Berufsleben eher Wehmut oder eher Vorfreude auf die baldige Freizeit überwiegt. Fakt ist: „Ihre“ Kinder aus der Rochauer „Flohkiste“ wird sie vermissen. Und deshalb wird die 63-Jährige auch als Rentnerin Hallo sagen und so manch Veranstaltung der Kindertagesstätte unterstützen.

„Unsere Inge kennt jedermann, worauf sie auch sehr stolz sein kann“, sangen die Mädchen und Jungen zum Abschiedsfest am Dienstag über Ingrid Löbcke, die am 23. Dezember ihren letzten Arbeitstag haben wird. Nach 43 Arbeitsjahren geht die gebürtige Rochauerin in den wohlverdienten Ruhestand. Wohlgemerkt: 43 Jahre als Erzieherin in Rochau! Und davon der Großteil als Leiterin.

1973 begann sie eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in Tangermünde. „Damals war es so, dass man mit diesem Beruf auch in einer Krippe arbeiten konnte“, blickt die Mutter dreier Töchter (Vivien, Janine und Dörthe) zurück. Nach der Lehre nahm sie das Angebot, als Rochauerin in ihrem Heimatort arbeiten zu können, an. Am 1. Juni 1976 fing sie in der Krippe an. „Und das gleich als Leiterin“, sagt sie. Mehrere über das Gesundheitswesen organisierte Lehrgänge, beispielsweise als Führungskraft einer Kindereinrichtung, absolvierte Ingrid Löbcke.

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„Viele schöne Momente“ hat sie in den Berufsjahren erlebt. Das lag auch an den Mitarbeitern. „Ich habe ganz tolle Kolleginnen und Kollegen gehabt.“

Überraschung

Und diese hatten natürlich eine Überraschung parat. Nachdem die Kinder in dem mit vielen bunten Luftballons geschmückten Raum mit einem kleinen Programm Danke sagten, bereiteten Astrid Großpietsch, Marina Günther und Britta Schütt-Ohmenzetter sie auf einen gemeinsamen Tag vor.

Am 6. Juni geht es für das Quartett nach Leipzig. Zu einem Konzertabend. Ein Mann mit einer Geige soll ihnen den Abend verzaubern. Ingrid Löbcke wird bestimmt erraten haben, dass es sich um den Weltstar André Rieu handelt...

Dass ihr in den heimischen vier Wänden als Ruheständlerin die sprichwörtliche Decke auf den Kopf fallen wird, da ist ihr keineswegs bange. „Ich bin voll ausgeplant.“ Sie wird viel Zeit mit ihren Enkelkindern Max, Ben und Leon verbringen. Einmal in der Woche wird Oma-Tag sein. Das macht sie gern. Und im Sommer wird sie sich mit einer Schiffsreise auf der Wolga einen kleinen Traum erfüllen.Neben Rochaus Bürgermeister Dirk Zeidler bedankte sich auch Arneburg-Goldbecks Verbandsgemeinde-Bürgermeister René Schernikau mit einem Präsent und der „Urkunde zur Verabschiedung in den Ruhestand“ für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bei der Erzieherin, die bis vor einigen Monaten Leiterin der „Flohkiste“ war und bis zum Schluss Stelder Einrichtung sein wird. Ab dem 1. Januar wird eine neue Kollegin das Rochauer Team unterstützen.