Goldbeck l Gut 212 000 Euro Fördermittel, die mit Eigenanteil zu einer Investitionssumme von rund 275000 Euro werden, sind ein guter Grund, um das Plummusfest ausfallen zu lassen. Jedenfalls kann angesichts der guten Aussichten von Groll eher keine Rede sein. So signalisierten es kürzlich während des KUSO-Ausschusses bereits die örtlichen Vereine und so äußerte sich auch der Gemeinderat. Er beschloss nun einstimmig in seiner jüngsten Sitzung, die Großveranstaltung ausfallen zu lassen. „Wir kämen mit dem Fest voll in die Bauphase rein“, sagt Goldbecks Bürgermeister Torsten Dobberkau. Die Zuckerhalle wird laut Plan Mitte September eingerüstet, von Handwerkern in Beschlag genommen sein. „Da geht es dann auch um Sicherheitsaspekte, da können nicht 1000 Leute in die Halle.“

Eile ist geboten

Die Gemeinde muss sich sputen. Der Förderbescheid vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) über gut 112 000 Euro muss bis Ende November abgerechnet, das Geld verbaut sein. Die genannte Summe plus Eigenanteil ist für das Dach und einen Teil der Fenster, für Arbeiten an der Außenhülle vorgesehen. Die 100 000 Euro Förderung vom Modellvorhaben Land(auf)Schwung ist (wiederum plus Eigenanteil) für Sanitär- und Elektroarbeiten sowie den Einbau einer Boulder-Anlage zum Klettern gedacht. Dieses Geld muss bis Ende des Jahres umgesetzt sein. Erste Planungsleistungen hat der Gemeinderat bereits vergeben, es folgen die Ausschreibungen und dann soll es im September, Oktober, November in und auf der Zuckerhalle zur Sache gehen.

Die genannten Maßnahmen ertüchtigen die Halle derart, dass die bis jetzt unter Sondergenehmigung stattgefundenen Veranstaltungen (Weihnachtlicher Nachmittag, Plummusfest etc...) künftig komfortabel über die Bühne gebracht werden können. Mit Strom, mit Toiletten und ohne die Angst, dass es reinregnet.

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Etwa weitere 300 000 Euro nötig

Für die Nutzung der Halle als regelmäßiger Veranstaltungsort müssen laut Dobberkaus vorsichtiger Schätzung nochmal 300 000 Euro fließen. In eine Brandmeldeanlage, Rauchabzüge und die Feuertreppe für die obere Etage – unter anderem. Für das Managen der Halle müsse, dabei bleibt es, eher über Kurz als über Lang ein Verein gegründet werden.

Obwohl der Sache zugeneigt, betonte Ratsmitglied Jörg Spanier in der vergangenen Ratssitzung, dass die Halle „ein Fass ohne Boden“ sei. Die Gemeinde werde dort künftig immer wieder investieren müssen. Dem stimmt nicht nur der Bürgermeister zu. Selbiger betont aber auch, dass Goldbeck im nächsten Regionalen Entwicklungsplan Altmark neben Arneburg als Grundzentrum vorgesehen ist. Damit einher gehe auch „die Verpflichtung, eine gewisse Infrastruktur vorzuhalten“.

Würden die Pflaumenbäume in diesem Jahr voll hängen, grämten sich die Kochteams wahrscheinlich eher. Dem ist aber (fast zum Glück) nicht so. Es gibt wenig Pflaumen. Sie hätten ohnehin von woanders besorgt werden müssen.

Das Zuckerfest am 12. August findet statt, auch der Weihnachtliche Nachmittag am 2. Dezember.