Osterburg l Bei einer Zusage winkt eine 90-prozentige Förderung. Eine Chance, die sich auch der Seehäuser Stadtrat nicht entgehen lassen möchte. Er hofft, dass mit Fördergeldern das Waldbad-Becken ausgetauscht werden kann.

Zu einer außerplanmäßigen Sitzung trafen sich die Kommunalpolitiker um Bürgermeister Detlef Neumann am Dienstagabend, um über den Antrag zum erst im August vom Bund auferlegten Förderprogramm abzustimmen. Die Räte sind sich einig, die Unterlagen zu versenden, um möglichst Gelder für die herbeigesehnte Sanierung an Land zu ziehen. Denn die benötigten Eigenmittel sind zu stemmen, wie Neumann betonte. Wirtschaftsförderin Lisa Weigelt aus dem Bau- und Ordnungsamt des Rathauses gab bei der Sitzung, die im Versammlungsraum der freiwilligen Feuerwehr stattfand, einen Überblick über das Programm, das auch Freibäder fördert und in dem insgesamt 100 Millionen Euro für diverse Projekte zur Verfügung stehen. Das Bundesbauministerium rechnet mit rund 700 Anträgen. Die Seehäuser müssen also die Verantwortlichen von ihrem Vorhaben, die 80-jährige Naherholungsstätte aufzuwerten, überzeugen. „Das Projekt wird von einer Jury begleitet“, informierte Lisa Weigelt.

Verbandsgemeinde-Bürgermeister Rüdiger Kloth, Fördervereinsvorsitzender Walter Fiedler, Detlef Neumann und die Wirtschaftsförderin brachten die Antragsformulierungen und die damit verbundenen Ziele auf den Weg. Sie einigten sich auf ein Projekt mit einer Summe von rund 1,5 Millionen Euro. Demzufolge würde der zehnprozentige Anteil, den die Kommune zu tragen hat, 150.000 Euro bedeuten. Dieser Betrag könnte wiederum auf einen Förderzeitraum (2019-2022) von vier Jahren umgelegt werden. Die Seehäuser legten sich indes auf drei Jahre fest, „um einen Puffer zu haben“, wie Lisa Weigelt begründete. Bei Unkalkuliertem hätte die Kommune noch ein Jahr Luft, um die Maßnahme zu vollenden.

Kosten aus Investitonspauschale entnehmen?

Die benötigten 50.000 Euro jährlich (für 2019-2021) könnte die Kommune aus der Investitionspauschale entnehmen. Die anwesenden Stadtratsmitglieder gingen mit den finanziellen Vorstellungen ebenso konform wie mit den inhaltlichen. Zu den geplanten Vorhaben zählt der Abriss des Beckens, das im Falle einer positiven Fördermittel-Zusage für das Jahr 2020 geplant ist. In diesem Zusammenhang teilte Walter Fiedler den Anwesenden auch das Ergebnis des durch ein Hamburger Unternehmen gesponsertes und durchgeführtes Betongutachten mit: Auf längere Sicht würde für das Bad nur die komplette Erneuerung des Beckens in Frage kommen.

Wird das Becken abgerissen und anschließend neu gegossen, fällt der Badebetrieb für das genannte Jahr natürlich aus. Beim äußeren Erscheinungsbild orientiert sich die Hansestadt an die Zeit der Eröffnung, Original-Charme sei ein wesentlicher Aspekt bei dem Förderprogramm. Weswegen das neue Becken im Wesentlichen wie das alte gegossen wird.

Dass durch die Sanierung auch die Unterhaltungskosten der Stadt durch die moderne Anlage um rund 25 Prozent sinken, darauf machte Walter Fiedler ebenfalls aufmerksam. Klares Bild bei der Abstimmung. Bis auf Susanne Bohlander, die die Kurzfristigkeit der Angelegenheit bemängelte und sich enthielt, votierte der Stadtrat, den Antrag auf Fördermittel für das Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ einzureichen. Eile war geboten. Denn die Frist endet morgen.

Die Jury würde im Oktober über die eingegangenen Anträge befinden.