Seehausen l Eigentlich wurde das Bundesmodellvorhaben „Land(auf)schwung“ für den Landkreis Stendal in der vergangenen Woche bei einem Rückblick im Forsthaus Barsberge offiziell abgeschlossen (wir berichteten). Abgeschlossen heißt aber noch nicht, ganz zu den Akten gelegt, wie das Einsteiger-Seminar „Digitales Marketing mit Social Media“ im Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen am Montagabend zeigte.

Rund 80 Leute, die stellvertretend insbesondere für kleinere Unternehmen, Einzelhändler, Gastronomen, Touristikanbieter, Verwaltung, aber auch für Vereine aus den Regionen Bismark, Arneburg-Goldbeck, Osterburg und Seehausen standen, waren der Einladung der Seehäuser Wirtschaftsförderin Lisa Weigelt gefolgt. Die Resonanz war ein Zeichen dafür, dass sie mit ihren Helfern beim Thema ebenso wie Dozentin Dajana Hoffmann offenbar den Nerv der Zeit getroffen hatte.

Die Fachfrau, die in Berlin eine gleichnamige Agentur für Social Media und Marketing aufgebaut hat, klärte in einem rund dreistündigen Vortrag, in dem Zwischenfragen ausdrücklich erlaubt waren, über das große Potenzial diverser Internetportale, aber auch über mögliche Fallstricke auf.

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Die wichtigste Nachricht der Diplom-Kauffrau, die aus dem Marketing und Verlagswesen kommt: Social Media kann man nicht studieren, sondern sich „nur“ aneignen. Dass das einfacher als gedacht sein soll, entlockte den meisten Gästen erst einmal ein nachdenkliches Lächeln, die per Fingerzeig aber dann doch kundtaten, wie aktiv sie in sozialen Medien zumindest schon unterwegs sind. Facebook, Instagram, WhatsApp & Co. in der neuen digitalen Welt wirklich zu nutzen, ist dann aber doch eine andere Hausnummer.

Dabei zeigte Dajana Hoffmann immer wieder Parallelen zur Onlinewelt zum Beispiel zu einem Wochenmarkt auf, bei dem es nicht immer nur um Umsatz, sondern auch um Neuigkeiten geht. Trümpfe der sozialen Medien sind offenbar die Reichweite, das schnelle Verbreiten von Nachrichten, die Erreichbarkeit für Bestellungen und Buchungen, ein zügiger Rückfluss an Informationen als kostengünstige und relativ repräsentative Meinungsforschung oder das Setzen von Themen frei nach dem Motto „Angebot erzeugt Nachfrage“.

Zu den Risiken und Schattenseiten der neuen Medien gehören abgesehen vom Krisenpotenzial und dem Umgang mit sensiblen oder geschützten Daten der sogenannte Shitstorm, schlechte Bewertungen, unsoziale Kommentare, die oft durch mangelnde Ressourcen bei den Anbietern geschürt werden. Damit, so die Dozentin, müsse man umgehen können.