Königsmark l „Kiki, komm!“, lockte Kevin Reth sein Kame-runschaf durch den Reifen. Drei Monate hatte er dafür trainiert - im letzten Jahr gab es eine Ball-Nummer. Tiere und Fußball, das ist sein Ding. Um so mehr freute er sich, dass Fußballtrainer Helmut Sasse aus Rohrbeck vorbeischaute. 23 Jahre ist Kevin in Königsmark zu Hause und fühlt sich dort wohl.

„Wir haben hier 33 Bewohner und 8 in der Außengruppe Rohrbeck“, informierte Leiter Thomas Annabrink, der hier sein 9. Sommerfest erlebte. Tiergestützte Förderung sei besonders für die Menschen mit Autismus-Störungen wichtig, denn „sie können sich viel besser auf Tiere einlassen als auf Menschen.“ Deshalb gehören auch Ponys, Schafe, Kaninchen und Meerschweinchen zum Inventar.

Von den Angeboten im kreativen Bereich konnten sich die Gäste ebenfalls ein Bild machen: Dorothea Knauerhase (seit 26 Jahren dabei!) bastelte mit ihnen Fensterbilder mit einer besonderen Drucktechnik, bei Sabine Lücke waren Mandalas Thema, und bei Anke Fischer durften die Besucher auch mal Schafwolle kämmen. „Das macht Spaß“, stellte Franz Lepert fest. Der KFZ-Mechatroniker besuchte seine Schwester, die später auch im Theaterstück „Rumpelstilzchen“ mitspielte. Drei Monate hatten dafür Daniela Schiet und Bernd Himburg mit den Akteuren geprobt.

Bilder

„Vor ein paar Jahren hatten wir mehr Gäste von außerhalb“, so Annabrinks Resümee, „jetzt haben wir einen großen Zuspruch von Angehörigen und Betreuern. Viele kommen uns aus anderen Einrichtungen besuchen.“ Er nannte den Wilhelmshof in Stendal, die Wohngruppe in Seehausen und natürlich die Jugendwerkstatt Hindenburg, die ihre Handarbeits- und Bastelergebnisse im Park präsentierte.

„Mit den Hindenburgern machen wir viel zusammen. Zuletzt haben wir gemeinsam ein Hochbeet gebaut“, erzählte der Leiter der Einrichtung. Am Donnerstag, 20. Juni, sei außerdem in der Grundschule ein Musicaltag mit der achtköpfigen Kindergruppe aus Königsmark geplant.

„Der jüngste Bewohner ist 13, der älteste 64 Jahre alt“, informierte Annabrink weiter. „Früher wurden unsere Bewohner hauptsächlich behütet. Jetzt schauen wir, dass sie rauskommen: einer voltigiert in Krumke, drei spielen in Rohrbeck Fußball..., alle verbinden Musik und Bewegung, siehe Theaterstück.“