Osterburg l Eben sorgte er noch auf der Maidult im bayerischen Passau für Gänsehautmomente, zwei Tage und eine 645 Kilometer lange Fahrtstrecke später baut Bram van de Molengraft (29) seine „Geistervilla“ auf dem Parkplatz an der Lindenstraße auf. Die Zimmer des zweietagigen Hauses, die in dreisitzigen Wagen befahren werden, sind von 19 voll beweglichen gruseligen Gestalten bevölkert. Zu „Horrorclown“, „Hannibal Lecter“ und Co. hat der Südholländer eine besondere Beziehung. „Ich habe sie selbst gebaut“, verweist er schmunzelnd auf seine künstlerische Ader. Selbst von Kindheit an mit dem Schaustellerleben vertraut, er gehört zur vierten Generation einer Gruselbahnbetreiber-Familie, hat van de Molengraft mehrere Jahre an einer Künstlerakademie absolviert, bevor er zu den familiären Wurzeln zurückkehrte.

Jetzt profitiert die „Geistervilla“ von seinem Talent, „ich baue aber auch für andere Gruselbahnen Figuren“. Zudem legt van Molengraft an den „Bewohnern“ seines Gruselhauses immer wieder neu Hand an, verändert Details, Farben. Oder er friemelt an den Spezialeffekten, „eine Geisterbahn ist nie völlig fertig.“ Jetzt ist der Holländer gespannt, wie sein Grusel-Mix in Osterburg ankommt. Die Vorzeichen scheinen jedenfalls günstig. „Leute, die hier vorbeigehen, bleiben stehen, fragen nach. Und einige haben auch schon angekündigt, die Geistervilla zu besuchen“, erzählt er lächelnd.

Mit Optimismus geht auch Biesecafé-Wirt Jörg Schütze samt Team in die kommenden Fest-Tage. Zwar sei er etwas enttäuscht, dass er seinen seit vielen Jahren angestammten Platz an der Ostseite St. Nicolais nicht einnehmen darf, trotzdem stellt er sich auf drei Tage mit reichlich Betriebsamkeit ein. Dieses Mal versorgen er und seine Mannschaft die Gästeschar in der Breiten Straße, die erstmals von einheimischen Händlern belebt sein wird. In diesem Fall hofft der Wirt, der für die dreitägige und morgen beginnende Party 700 Bratwürste und 50 Kilogramm Spargel geordert hat, auf das Verständnis der dortigen Geschäftsleute. Schankwagen, Imbissstand und Sitzgarnituren werden morgen aufgebaut. Laut Erfahrungswerten werden die Tage lang, der Wirt rechnet von halb acht morgens bis circa 23 Uhr. Er schickt ein großes Lob an die Osterburger Geschäftsinhaber um Andrea Lux, die ihre Idee von der Belebung der Haupteinkaufsstraße in die Tat umsetzten.

Das Osterburger Stadtfest, an dem er zum siebten Mal aktiv teilnimmt, stellt für Schütze den beruflichen Höhepunkt des Jahres dar. Auch wenn er vom Programm nur wenig mitbekommen wird, schätzt er es als sehr unterhaltsam und abwechslungsreich ein. Die Wetter-App hat er stets vor Augen: „Ich hoffe, es bleibt trocken.“

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