Hohenberg-Krusemark l Neben dem Spaß an der züchterischen Arbeit mit seinen Tauben ist für Mario Hübner das Vereinsleben immens wichtig. Der Austausch mit Züchterfreunden und Vereinsmitgliedern spielt eine bedeutende Rolle. Den möchte der Hohenberg-Krusemarker keinesfalls missen. Im Rassegeflügelzuchtverein Arneburg und Umgebung fühlt er sich wohl.

In der Voliere in seinem Garten tummeln sich aktuell rund 50 Tauben. Mindestens zweimal am Tag schaut Mario Hübner nach dem Rechten, füttert die Tiere. „Es ist eine sehr ruhige Rasse“, sagt er. Der 53-Jährige züchtet „Giant Homer“, auch bekannt unter dem Namen „Amerikanische Riesenbrieftaube“. Momentan seien einige in der Mauser, das Gefieder wirke demnach „noch nicht so schön glatt“. Die Rasse hat es ihm angetan, obwohl man im Zuchtleben doch schon das eine oder andere ausprobiert, sprich sich eine andere Rasse zulegt. Seit rund 20 Jahren ist Hübner im Besitz der „Giant Homer“-Tauben. „Und sie werden es für immer sein“, betont er und schließt damit einen Wechsel zu einer anderen Rasse aus.

Kein Zufallsprinzip bei der Paarung

Schon recht früh hat Hübner die Tiere für sich entdeckt und lieb gewonnen. „Die Großeltern wohnten auf dem Lande, da kommt man zwangsläufig damit in Kontakt.“ Als Jugendlicher besaß er seine ersten Tauben. Das Hobby ließ ihn nicht mehr los. „Der Spaß steht natürlich an erster Stelle“, sagt er. Bei ihm ist es der Spaß an der Zucht. „Das Interessante dabei ist, zu sehen, wie sich die Tiere vererben.“ Das sei kein Zufallsprinzip. Täuber und Täubin werden zusammengepaart. Das Ziel ist es, dem Standard der Rasse am nächsten zu kommen. Ein Giant Homer weise beispielsweise eine sehr breite und gut gerundete Brustform auf. Auch die recht waagerechte Haltung und der substanzvolle Kopf seien weitere Merkmale dieser großen Tauben. Ein ausgewachsener Täuber bringe schon über ein Kilo auf die Waage.

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„Bei dieser Rasse gibt es ungefähr 30 Farbenschläge“, erzählt der Züchter. „Wenn ich einen rotfahlenen Täuber, reinerbig, mit einer blauen Täubin zusammenbringe, gibt es rotfahlene Jungtiere“, macht Mario Hübner ein Beispiel auf. Mehr als zehn zuchtaktive Paare hat er in der Voliere, dazu die Jungtiere. Die im Februar beginnende Zuchtsaison erfordere eine genaue Dokumentation. Hübner hält alles genau fest, welches Tier beispielsweise von wem abstammt.

Gewonnene Pokale nur Nebensache

Zucht bedeutet für den Hohenberg-Krusemarker, der dreifacher Familienvater ist, auch Selektion. „Das sind nunmal Nutztiere.“ Und so landen auch einige Tauben später auf dem Teller. „Ich habe meinen Kindern immer erklärt: Bis zum Tag X müssen es die Tauben sehr gut haben.“ Andere hingegen schaffen es zu Ausstellungen. Mehrere Pokale schmücken das Büro von Mario Hübner. „Das ist eine Anerkennung. Deswegen mach‘ ich es aber nicht“, sind die Pokale nur Nebensache. Sie verdeutlichen jedoch: Viele Tauben des 53-Jährigen erhielten bei Ausstellungen oder Vereinsmeisterschaften eine hohe Punktzahl, desöfteren war es ein „V“ für vorzüglich, das die Jury vergab. Das „V“ bedeutet eine Punktzahl von mindestens 97 von 100 Punkten - das entsprechende Tier komme dem Standard also sehr nah.

Der Arneburger Rassegeflügelzuchtverein, der vor zwei Jahren 50-jähriges Bestehen feierte, ist Hübner ans Herz gewachsen. „Wir sind ein sehr gutes Team.“ Rund 30 Mitglieder sind dabei, treffen sich regelmäßig und tauschen sich aus. „Das älteste Mitglied ist 78 Jahre alt, das jüngste zwölf“, biete der Verein eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Züchtern. Hübner hat die Aufgabe als Kassenwart inne. Diesen „Job“ führt der Tauben-Experte übrigens auch beim Stendaler Kreisverband aus.

Wenn der Hohenberg-Krusemarker von seiner Arbeit als Außendienst-Mitarbeiter mal abspannen möchte, widmet er sich seinen Tauben - oder spannt die Kutsche an. Der 53-Jährige ist auch ein Pferdenarr und Mitglied im Krusemarker Pferdesportverein.