Vielbaum l Es ist still an diesem Sonntagvormittag in Vielbaum. Längst hat sich in der Aland-Gemeinde bei Seehausen die Nachricht von einem schrecklichen Familiendrama verbreitet. Vereinzelt stehen Nachbarn am Gartenzaun. Zu einem Gespräch mit der Volksstimme ist keiner bereit. Groß sei das Entsetzen, tief sitzen Schmerz und Mitgefühl über das, was in der Nacht geschah, sagen sie.

Gemeinsame Wohnung

In einem Wohnhaus in Vielbaum hat am Sonnabend gegen 22.20 Uhr ein 25-jähriger Sohn seine 57-jährige Mutter erschossen und sich später selbst getötet. Die Polizei war nach dem tödlichen Schuss in der gemeinsamen Wohnung von Mutter und Sohn relativ schnell vor Ort. „Es war umgehend klar, dass der Sohn in Verdacht kommt, weil er mit einen Auto geflüchtet war“, schildert Joachim Albrecht, Pressesprecher der Polizeiinspektion (PI) Stendal, den Einsatzhergang.

Umgehend sei nach dem Audi des Tatverdächtigen gefahndet worden, zumal davon ausgegangen werden musste, dass er die Waffe bei sich hatte. Wenig später wurde der Audi auf der Bundesstraße 189 hinter Wittenberge entdeckt. Der Fahrer saß leblos im Wagen.

Motiv und Drogeneinfluss noch unklar

Laut PI-Sprecher Albrecht hatte sich der 25-Jährige während der Fahrt in Richtung Perleberg mit der Pistole in den Kopf geschossen. Er wurde lebensbedrohlich verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert und starb dort kurz darauf.

Der Pkw prallte seitlich gegen die Schutzplanke und kam nach etwa 300 Metern auf einer Anhöhe einer Eisenbahnbrücke auf der Fahrbahn zum Stillstand. „Zum Glück war in der Nacht kaum Verkehr, sodass niemand in Mitleidenschaft gezogen wurde“, sagt Albrecht. Zum Motiv gebe es noch keine Angaben. Die Mutter sei von der Staatsanwaltschaft der Rechtsmedizin übergeben worden. Spezialisten der Kriminalpolizei untersuchten sowohl den Tatort in Vielbaum als auch das Fahrzeug. Die Tatwaffe wurde sichergestellt. Woher sie stammt? „Das ist noch Gegenstand der Untersuchungen, ebenso, ob der 25-Jährige unter Einfluss von Drogen stand“, sagt Albrecht. In dieser Hinsicht sei er polizeilich bereits in Erscheinung getreten.

Berichterstattung zu Selbstmord

Die Volksstimme verfolgt die Richtlinie, nicht über Suizide zu berichten. In Ausnahmefällen wie diesem erfahren sie durch ihre Umstände aber besondere Aufmerksamkeit. Grund für diese Richtlinie ist die Gefahr der Nachahmung. Sollten Sie sich betroffen fühlen, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge. Diese erreichen Sie auch unter den kostenlosen Telefonnummern 0800/111 0 111 und 0800/ 111 0 222. Dort erhalten Sie anonym, offen, gratis und ideologiefrei Hilfe.