Meseberg l Die Gäste machten den Mitgliedern der Bürgerinitiative (BI) gegen die Erweiterung der Schweinemast in Wasmerslage Mut. Mit Petra Hennings und Eckehard Niemann begrüßte BI-Sprecher Helmut Sasse am Dienstagabend im Saal des Meseberger Kruges die Verantwortliche der BI in Binde (bei Arendsee) und den Pressesprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft aus Uelzen.

Beide gaben beim BI-Treffen den Anwesenden mit auf den Weg, „in ihren Bemühungen nicht locker zu lassen“ und mit allen Mitteln gegen die Pläne der Mesa GmbH auf dem Standort in Wasmerslage vorzugehen. Petra Hennings, die mit ihrer Bürgerinitiative gegen die Schweinmast und damit gegen die Anlage des Unternehmens Straathof kämpft, riet den Mitgliedern, Spenden für den Rechtsbeistand zu sammeln. Die Ausgaben würden sich lohnen. Wie Helmut Sasse in Meseberg mitteilte, wurde ein Rechtsanwalt mit der Sache beauftragt. Jener, der auch die Bürgerinitiative in Binde vertritt.

Eckehard Niemann kennt die Belange der Altmärker bestens. „Wir vertreten 300 Bürgerinitiativen“, sagt der Uelzener. „Und in 50 Prozent der Fälle konnten wir die Anlagen verhindern.“ Er freut sich auf eine gute Zusammenarbeit – Helmut Sasse & Co. sind froh, die Arbeitsgemeinschaft hinter sich zu wissen. Niemann sprach von einer starken Lobby, die die Schweine-Agrarindustrie in Deutschland besitzt. Die Massentierhaltung sorge „für eine Überproduktion an Schweinefleisch.“ Mit der Folge, dass nach China und in andere Länder geliefert werde. Deutschland sei nach den USA und Brasilien der drittgrößte Fleisch-Exporteur.

Straathof sei „kein unbeschriebenes Blatt. Er ist ein großindustrieller Verbrecher“, betonte Petra Hennings. Auch wenn in Wasmerslage Nachfolger des Unternehmens die Geschäfte führen, würde er involviert sein. Er würde im Vorfeld versprechen, Filter und Lüfter in den Anlagen einzusetzen. „Trotzdem: Es stinkt!“ In Binde hielt der niederländische Schweinemast-Unternehmer das Genehmigungsverfahren bereits in den Händen, als die BI aktiv wurde. Das wollen die BI-Mitglieder gegen die Erweiterung in Wasmerslage verhindern.

Deshalb waren sie auch in den vergangenen Wochen sehr rührig, führten diverse Gespräche mit anderen Bürgerinitiativen und der Kommune Osterburg, bauten rosa Kreuze als sichtbares Zeichen gegen die Erweiterungspläne und setzten sich auch mit dem Landesverwaltungsamt, das über die Genehmigung entscheidet, in Verbindung. „Die Mitarbeiterin, die wir eingeladen haben, kann aus Gründen der Beeinflussung heute nicht teilnehmen“, teilte Helmut Sasse bei der Versammlung mit.

Niemann sprach noch den Brandschutz an, mit dem die BI die Pläne der Mesa durchkreuzen könnte. „Innerhalb einer halben Stunde müssten alle Tiere im Falle eines Falles gerettet werden“, nannte er eine Vorgabe. Dies würde einen notwendigen Umbau möglicherweise verteuern. Neben dem Brandschutz ist die artgerechte Tierhaltung ein Punkt, den der beauftragte Berliner Rechtsanwalt genau unter die Lupe nehmen wird.

In einem am Dienstagabend gehaltenen Vortrag wies der frühere Internist Dr. Eberhard Puls aus Tangermünde darauf hin, dass solche Anlagen und eben die späteren tierischen Produkte gesundheitsgefährdend seien. „Ohne Antibiotika geht heute in den Mega-Ställen nichts mehr.“ Unter diesen Extrem-Bedingungen würden die Tiere schnell krank werden. Der Konsument nimmt die Antibiotika mit auf. Multiresistente Erreger im Körper sind die Folgen.

Die Mesa Agrar GmbH, eine Tochtergesellschaft der Straathof-Holding, will ihr Grundstück in Wasmerslage für Absatzferkel ausbauen. Aktuell hat die Anlage eine Genehmigung für 10 941 Tierplätze. Künftig sollen dort 46 260 Absatzferkel stehen.