Schönberg l Seit die Eindämmungsverordnung im Rahmen der Corona-Pandemie den Freiwilligen Feuerwehren in Sachsen-Anhalt etwas mehr Spielraum ermöglicht, stehen in der Verbandsgemeinde Seehausen neben den Notfalleinsätzen auch wieder verstärkt Dienstabende, Technikpflege, Schulungen und Übungen auf dem Plan.

Und so waren am Sonnabend die Atemschutzgeräteträger aus den Reihen der Blauröcke nach Schönberg eingeladen, um im Brandsimulations-Container der Firma „FireHouse“ den Ernstfall unter realistisch brenzligen Bedingungen zu trainieren. Nach dem ärztlichen Attest und der Teststrecke in der Feuerwehr-Technischen Zentrale (FTZ) Arneburg ist das die dritte Herausforderung für die fittesten unter den Brandbekämpfern, die beim Löschen von Bränden und bei der Rettung von Menschen, Tieren sowie Sachwerten meist in der ersten Reihe kämpfen.

Am Schönberger Gerätehaus stand der Container nach 2018 zum zweiten Mal. Das Areal und das Gerätehaus sind so großzügig angelegt, dass es ohne weiteres möglich ist, diese Übung in den Seehäuser Ortsteil zu verlegen. Außerdem entlaste man damit die Kameradinnen und Kameraden der Hansestadt, wo genug ähnliche Veranstaltungen durchgeführt werden, so Verbandsgemeindewehrleiter Michael Märten, der auch Mitglied der gastgebenden Wehr ist, die sein Bruder Mathias anführt

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Mit 44 gemeldeten Einsatzkräften waren Märten und Märten nicht unzufrieden. Das habe für eine gute Auslastung der Simulationstechnik gesorgt, die schließlich auch ihren Preis habe. An den Reglern des Containers saß am Sonnabend Firmen-Chef Matthias Ecke hinter einer feuerfesten Scheibe. Er machte den Blauröcken vielleicht nicht gleich Feuer unter dem Allerwertesten, rückte ihnen mit den Gasbrennern aber schon sehr dicht auf die „Pelle“ – eben so, wie es im Einsatz ganz schnell einmal vorkommen kann.

Zwischen 200 und 300 Grad mutet der feurige Regisseur den Protagonisten bei einem simulierten Kellerbrand zu. Mehr (bis 650 Grad Deckentemperatur) wäre möglich, aber weder für die Einsatzkräfte noch deren Ausrüstung im Rahmen des Training zielführend. Die gut 20 Minuten, die jede Übungseinheit dauert, entsprechen der Zeit, nach der die Brandbekämpfer im Ernstfall den Rückzug eintreten, weil dann unter körperlichen Anstrengungen der Luftvorrat Im Normalfall sollten dann die nächsten Blauröcke immer paarweise für eine Ablösung bereitstehen. Damit das bei Gefahr auch wirklich funktioniert, braucht es genug einsatzbereite Atemschutzgeräteträger. Von denen, daraus macht der Verbandsgemeindewehrleiter kein Geheimnis, könnte man viel mehr gebrauchen. Derzeit kommen bei etwa 600 aktiven Feuerwehrleuten nur etwa 120 für den Einsatz mit Atemtechnik in Frage.

Im nächsten Jahr wird der Brandsimulations-Container übrigens nicht gebucht, so Michael Märten im Gespräch mit der Volksstimme. 2021 stehe vielmehr wieder ein Fahrsicherheitstraining mit den Feuerwehrautos in Seehausen auf dem Plan.