Werben l Die Querelen um die Fähre in Räbel gehen weiter. Die Hansestadt Werben als Eigentümer wird ein weiteres Gutachten in Auftrag geben müssen. Nach den Sanierungarbeiten an den Fähranlegestellen läuft es nicht mehr rund. Die Folge: Ab sofort wurde die Tonnage begrenzt.

Bürgermeister Bernd Schulze ist dabei, das weitere Vorgehen mit dem Bauamt der Verbandsgemeinde abzuklären. Demnach soll ein weiteres Gutachten für die beiden neuen Anlegestellen erarbeitet werden. „Es besteht noch Klärungsbedarf“, ist Schulze mächtig enttäuscht über den derzeitigen Stand - denn die Hansestadt muss mit Einbußen rechnen. Nach den Sanierungsarbeiten passen Fährkörper und Anleger nicht mehr zusammen. Diese Disharmonie konnte nur durch eine Beschwerung der Fähre gelöst werden, die seitdem mit vier Tonnen mehr an Bord unterwegs ist. Eine Last, die sich nun auch auf die Kapazitäten der Ladung auswirkt. „Wir hatten einen Lkw mit 13 Tonnen auf der Fähre, da haben wir die Wasserlinie am Fährkörper nicht mehr sehen können“, blickt Schulze auf den Vor-Ort-Termin am Dienstag zurück, als schon ein Gutachter mit anwesend war. Eigentlich ist die Kapazität auf 40 Tonnen ausgelegt, nun wird sie um mehr als das Doppelte minimiert. Die Tonnage der mitzuführenden Fahrzeuge wird auf 15 Tonnen begrenzt, was auch bedeutet, das Lkw und Traktoren, die von einer auf die andere Elbseite wollen, wohl eine andere Route nehmen müssen.

Verluste, die erst einmal bei der Hansestadt „hängen“ bleiben. Die Verwaltung geht von fünf bis zehn Prozent Mindereinahmen aus. Allerdings sei dies nur ein vorsichtiger Durchschnittswert. „Es gibt Monate mit 200 Lkw, in den Wintermonaten hingegen fahren nur wenige Lkw mit“, sagt Kathleen Fleschner vom Bauamt der Verbandsgemeinde.

Für den Bürgermeister ist die ganze Geschichte nicht nachvollziehbar. „Der Lauf der Elbe hat sich nicht geändert, die Fähre auch nicht.“ Also werden Fehler beim Bau oder bei der Planung der Anlegestellen geschlussfolgert. Es sei nicht auszuschließen, dass die Hansestadt Rechtsbeistand suchen wird. Für Stadtrat Michael Schnelle ist das eindeutig „eine Fehlplanung des Ingenieur­büros“, betonte er bei der Stadtratssitzung am Dienstag. Die bauausführende Firma nimmt Schnelle aus seiner Kritik heraus. Für Wolfgang Trösken, erster stellvertretender Bürgermeister, müsse der normale Verfahrensweg eingehalten werden. „Und da wird nochmal ein Gutachten nötig sein.“ Ein Gutachter, der auch die Anlegestellen bewertet.