Osterburg l Die ehemalige Absolventin des Winckelmann-Gymnasiums Seehausen und heutige Doktorandin berichtete am Donnerstagabend in Osterburg über die Erforschung der kleinsten Teilchen unserer Materie mit dem Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC, deutsche Bezeichnung Großer Hadronen-Speicherring) am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf, an dem sie mitarbeitet. Schon am Vormittag hatte sie am MAG den Physikunterricht in den Klassen 9 bis 12 mit Themen aus ihrem Fachbereich mitgestaltet. „Ein Studienprojekt in der Masterclass zielt darauf hin, dass Masterstudenten und Doktoranden einen Unterrichtstag an einer Schule mit der entsprechenden Thematik gestalten sollen“, erläuterte sie. Möglicherweise soll damit auch Interesse an Studiengängen in dieser Fachrichtung geweckt werden.

Poley hat 2007 das Abitur am Winckelmann-Gymnasiums Seehausen abgelegt und in Berlin an der Humboldt-Universität  Physik studiert. Vor einigen Tagen habe sie ihre Doktorarbeit eingereicht. Physik sei schon während ihrer Schulzeit eines ihrer Lieblingsfächern gewesen, ließ sie durchblicken. „Aber schon während der ersten Semster merkte ich, dass mich Studiengänge wie Mechanik, Wärmelehre, Akustik und so weiter weniger interessierten, destomehr die Zusammenhänge, die sich in der Materie abspielen, und so wandte ich mich ab dem fünften Semester der Experimentellen Elementarteilchenphysik zu.“

Doch zurück zum LHC. Die damit befassten Wissenschaftler am CERN untersuchen, wie und mit welchen Effekten die vom LHC beschleunigten Materieteilchen aufeinanderprallen. Dabei würde auch ein enormes Datenpozential freigesetzt. In Bezug auf Energie und Häufigkeit der Kollisionen der Teilchen gelte der LHC als der derzeit leistungsstärkster Teilchenbeschleuniger der Welt. An dessen Planung und Bau waren mehr als 10.000 Wissenschaftler und Techniker aus über 100 Staaten beteiligt. Seit 2010 wird mit dem LHC experimentiert und gearbeitet. Bei ihren Kollisionen, die längst noch nicht erschöpfend erforscht seien, würden die beschleunigten Elementarteilchen kaum vorstellbare Geschwindigkeiten erreichen und viele Milliarden Daten liefern.

Bilder

Poley erläuterte an Hand von Grafiken und Bildern die Wirkungsweise des Teilchenbeschleunigers in der Kernphysik und gab einen Einblick in ihre Arbeit an der Universität und am CERN. Viermal im Jahr treffe man sich in Genf und tausche sich über erreichte Forschungsergebnisse aus, berichtete sie und äußerte abschließend, dass sie demnächst eine Arbeitsstelle in den USA antreten werde.