Iden l Was ist das Bundesinstitut für Risikobewertung und womit beschäftigt es sich? Mit den Aufgaben des in Berlin ansässigen Institutes machte Torsten Herold die anwesenden Landsenioren mehrerer Vereinigungen in Iden vertraut. In der Mensa des dortigen Zentrums für Tierhaltung und Technik fanden sich 155 Interessenten ein, die zunächst von Dr. Gerd Heckenberger, Leiter der Idener Landesanstalt, begrüßt wurden.

Wichtige Fragen

Sein Referat stellte Herold unter das Motto „Was kann ich überhaupt noch essen“? Einer Umfrage zufolge würde die Hälfte der Befragten die Qualität der in Deutschland angebotenen Lebensmittel als zunehmend schlechter bewerten. Das konnte Herold, der der Fachgruppe Krisenprävention und - koordination angehört, nicht bestätigen.

Im Gegenteil: „Wir haben eine hohe Qualität!“ Herold sprang gestern für die erkrankte Gaby-Fleur Böl, Abteilungsleiterin Risikokommunikation, ein und freute sich, in „seiner“ Heimat ein Referat halten zu dürfen. Der in Salzwedel Geborene, der Biologie studierte, war auch mehrere Jahre in Lichterfelde tätig. Er ging kurz auf die Geschichte des 2002 gegründeten Bundesinstitutes ein, das jedoch durch seine Vorgänger eine im 19. Jahrhundert begonnene Historie besitze. Das Kaiserliche Gesundheitsamt wurde bereits 1876 in Berlin errichtet, wie er sagte. Die wichtigste Aufgabe: Die Lebensmittelsicherheit, also der Schutz der Gesundheit des Menschen.

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„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei“, zitierte Herold den Arzt und Philosophen Paracelsus (1493 - 1541) und ging darauf ein, dass auch minimale Pflanzenmittelrückstände in der heutigen Zeit normal seien. „Man kann alles finden“, machte er auf den modernen Stand der Forschung aufmerksam. Jedoch stelle ein Fund nicht zwangsläufig ein Risiko dar. Um den aktuellen Stand der Analytik zu verdeutlichen, brachte Herold das Beispiel mit einem Stück Würfelzucker: Vor einigen Jahren konnte es in einem Lkw-Anhänger nachgewiesen werden. Heutzutage würde man es bei einer Suche in einem See von der Größe des Starnberger Sees (der zweitwasserreichste See Deutschlands) wiederfinden.

Dem Bier attestierte Herold trotz des in einigen Bieren nachgewiesenen Glyphosats (umstrittenes Unkrautvernichtungsmittel) ein gutes Urteil. Bezogen auf das Glyphosat, müsste man an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken, um die Gesundheit zu schädigen. „Aber über den Alkohol im Bier redet keiner.“

Nächster Vortrag dreht sich um den Deichbau

Eine gewisse Eigenverantwortung mit Kühlung der Lebensmittel und der entsprechenden Hygiene sollte auch in der heimischen Küche herrschen. „Der Hauptfeind in der Küche ist der Spüllappen“, so Herold, der weiß, dass das gefühl einer ständigen Krise in der Lebensmittelbranche auch dem „Schlaraffenland-Effekt“ geschuldet sei. Fehle etwas, falle es sofort auf.

Die Landseniorenvereinigung des Altkreises Osterburg war auf dieser Veranstaltung mit rund 30 Mitgliedern vertreten, freute sich Achim Kricheldorf über das Interesse. Am 11. März kommen die Senioren des Altkreises zu einem Vortrag über den Deichbau mit anschließender Besichtigung in den Räumen des Gutshauses Büttnershof zusammen.