Sommervergnügen trotz Corona

Waldbad-Saison in Seehausen beginnt später

Die Corona-Pandemie und unvorhersehbare Flickarbeiten am großen Schwimmbecken sorgten 2020 im Waldbad Seehausen für einen verspäteten Start in die neue Sommersaison. In diesem Jahr könnte sich das Prozedere exakt aus denselben Gründen wiederholen.

Von Ralf Franke
Das idyllisch gelegene Waldbad wurde bei der Vergabe von Sanierungszuschüssen vom Haushaltsausschusses im Bundestag wieder nicht mit Fördermitteln bedacht.
Das idyllisch gelegene Waldbad wurde bei der Vergabe von Sanierungszuschüssen vom Haushaltsausschusses im Bundestag wieder nicht mit Fördermitteln bedacht. Foto: Ralf Franke

Seehausen - Der Vorsitzende des Seehäuser Waldbadfördervereins, Walter Fiedler, der mit der „Rentnerbrigade“ seit Ostern wieder an drei Vormittagen in der Woche ehrenamtlich im Reparatur-Einsatz ist, um die Hansestadt als Träger der Einrichtung zu unterstützen, geht anderthalb Wochen vor der geplanten Saisoneröffnung davon aus, dass sich die Tore der Naherholungsstätte im Schillerhain nicht wie ursprünglich geplant am Sonnabend, 29. Mai, öffnen. Daran dürfte auch die Einladung zum Arbeitseinsatz (Meldung unten links) nichts ändern.

Wie Fiedler auf Nachfrage der Volksstimme wissen ließ, habe man die Reparatur der maroden Ruhekante im 50-Meter-Becken von der Startblockseite auf die lange Bahnstrecke erweitern müssen, weil der Beton dort ebenfalls sehr bröckelig war. Das habe zusätzlich Zeit und Geld gekostet. Was am Ende ein Grund dafür ist, dass die geplanten neuen Fußbodenabflüsse und die Malerarbeiten an den Umkleidekabinen auf das kommende Jahr verschoben werden müssen. Wobei die Arbeiten aber auch nicht so dringend wie die Beckenreparaturen sind.

Wasserqualität testen

Die Stadt, deren Mitarbeiter in den vergangenen Tagen das Becken mit Hochdruck reinigten, wollten zur Wochenmitte mit dem Auftragen der blauen Badfarbe beginnen. Wenn der Beton hart und der Anstrich trocken ist, kann Wasser eingelassen werden, das aber noch beprobt werden muss, bevor Badegästen Einlass gewährt werden darf. Schon rein logistisch wird das bis zum 29. Mai knapp. Wenn alles gut geht, wäre eine Woche Verzug denkbar, wagt Bürgermeister Detlef Neumann eine ganz vorsichtige Prognose.

Abgesehen davon wissen Träger, Betreiber und Förderer des Waldbades noch nicht, unter welchen Bedingungen die Naherholungsstätte im zweiten Jahr der Corona-Pandemie überhaupt öffnen darf. Fest steht nur, dass das 2020er Hygienekonzept nach ein paar Startschwierigkeiten für Gäste und Gastgeber lebbar war.

Dass das Waldbad im Förderprogramm des Bundesinnenministeriums zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ wieder nicht zum Zug gekommen ist, sorgte zwar für Bedauern, war im dritten Anlauf aber keine große Überraschung mehr. Rund 200 Millionen Euro sollen in 136 Projekte fließen. Mit 1300 Interessenbekundungen war das Programm erneut hoffnungslos überzeichnet.

Zuschüsse bleiben aus

Dass der Zuschusstopf geeignet ist, zeigt indes die Berücksichtigung von rund 20 Freibädern. Darunter übrigens auch der Seehäuser Namensvetter im thüringischen Rastenberg für 2,5 Millionen Euro. Etwas Ernüchterung mag sich am Aland darüber breitmachen, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages zweimal der Sanierung von Planschbecken zustimmte. Das Vorhaben hat der Seehäuser Waldbadverein mit Hilfe von Spendern und Sponsoren bekanntlich aus eigener Kraft gestemmt.

Die ?Renterbrigade? des Fördervereins ist seit Ostern wieder dreimal die Woche im Dienst der Saisonvorbereitung aktiv.
Die ?Renterbrigade? des Fördervereins ist seit Ostern wieder dreimal die Woche im Dienst der Saisonvorbereitung aktiv.
Fotos: Ralf Franke