Arneburg l Nach dem Schulunterricht müssen sie nach Hause anstatt in den Hort: Rund 100 Kinder der ersten bis vierten Klassen aus Arneburg sind davon betroffen. Das Gesundheitsamt hat vorsorglich sieben Mitarbeiterinnen des Hortes in Quarantäne geschickt. Die Ausnahme-Situation soll bis 9. Dezember anhalten.

Ausfall nicht kompensierbar

Die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck als Träger der Kindereinrichtungen hofft auf Verständnis der Eltern. „Uns sind in diesem Fall die Hände gebunden“, sagt Dominique Deutsch, Teamleiter Bürgerdienste bei der Verbandsgemeinde. Die Personalressourcen sind wie in anderen Kommunen begrenzt, um eine solche Anzahl an Fachkräften zur Betreuung der Mädchen und Jungen zu ersetzen. Der in den Räumen der Arneburger Grundschule gelegene Hort musste zum Ende der Vorwoche geschlossen werden, nachdem das Gesundheitsamt des Landkreises gehandelt hatte: „Eine technische Kraft wurde positiv getestet“, sagt Deutsch. Die mit ihr in Kontakt gekommenen Personen befinden sich ebenfalls in Quarantäne. Das betrifft neben ihr vier Erzieherinnen und zwei Praktikantinnen. Ein Ausfall, der nicht kompensiert werden kann. Ein möglicher „Abzug“ von Erzieherinnen aus anderen Einrichtungen steht in Widerspruch zum Hygiene-Konzept und ist nicht geplant.

Amt bricht Testvorhaben ab

Bei Krankheitsfällen in der Vergangenheit konnte ein Wechsel einer Erzieherin in eine andere Kita eine etwas ernstere Personal-Lage entspannen. Aber solch eine Situation ist bei der aktuellen Pandemie nicht möglich.

Aufgrund der Erkrankung der technischen Mitarbeiterin hat das Gesundheitsamt entschieden, Schüler und Pädagogen in Arneburg zu testen, ob sie eventuell auch mit Covid-19 infiziert sind. Die Schulleitung hatte möglichst schnell versucht, die Eltern über die Aktion zu informieren. Auch über „Kanäle“ im Internet. Allerdings wurde diese Aktion, die am Freitag vonstatten gehen sollte, abgebrochen. „Einige Eltern haben das für nicht gut befunden“, sagt Deutsch, der hofft, dass es nicht zu weiteren Krankheitsfällen der Erzieherinnen und Erzieher kommen werde. Diese seien während der Pandemie jedoch nicht ausgeschlossen und könnten zu weiteren Schließungen von Kindereinrichtungen zwischen Rochau und Hassel sorgen.

Mit Symptomen nicht in die Kita

In der vorigen Woche habe es aufgrund von Erkrankungen eine etwas angespanntere Situation in der Kindertagesstätte in Rochau gegeben. „Die hat sich wieder etwas beruhigt“, so Deutsch, der zugibt, dass bereits ein Krankheitsfall zu massiven Problemen und demzufolge zu einer zeitweiligen Schließung der Kita oder des Hortes führen kann. Deshalb hofft die Kommune, dass die Erzieherungsberechtigten richtig handeln: Falls die Kinder Erkältungssymptome haben, sollten diese zur Betreuung nicht in die Einrichtungen gebracht werden. Die Verbandsgemeinde könne versichern, „dass wir alles versuchen unsere Einrichtungen so lang wie möglich offen zu halten. Jedoch müssen wir auch immer an die Gesundheit und Sicherheit der Kinder und unserer Erzieherinnen und Erzieher denken.“

Betriebserlaubnis von 102 Kindern

Der Arneburger Hort ist der größte in der Verbandsgemeinde mit einer Kapazität von 102 Mädchen und Jungen. Gefolgt vom Goldbecker Hort mit einer Betriebserlaubnis von 95 Kindern. Im Idener Hort tummeln sich an den Nachmittagen zwischen 40 und 45 Kinder. Die Kommune ist zusätzlich Träger von insgesamt acht Kindertageseinrichtungen. Des Weiteren befindet sich eine Tagesstätte in Hohenberg-Krusemark, die vom Deutschen Roten Kreuz betrieben wird.