Flessau l Kaffeeschwaden ziehen durch die Luft und vermischen sich in der Morgenluft mit dem Duft frisch gebackenen Kuchens. Bunte Plätzchen aller Couleur und der Geruch fruchtigen Punsches lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ja, die Mitglieder des Fördervereins „Kinderwünsche der Grundschule Flessau“ hatten am Freitagvormittag in drei Verkaufsbuden für ein kulinarischstimmungsvolles Ambiente gesorgt, so dass es den Festgästen der traditionellen Weihnachtsgala in der Turnhalle an nichts fehlte.

Und dennoch: Weihnachtsstimmung wollte nicht so recht aufkommen bei frühlingshaften 15 Grad. Das änderte sich allerdings schlagartig mit Beginn des fröhlich-bunten Spielplans. „Lewe Tohörers, Tokiekers und Jäste…“, führten die beiden Viertklässler Tony Noel Neumann und Markus Benecke die etwa 200 Gäste „mundartig“ durch das einstündige Programm. Und das ließ so manches Mal kein Auge trocken.

So begeisterten die Flessauer Plattschnacker der Arbeitsgemeinschaft von Lehrerin Heike Kurtze das Publikum im voll besetzten Saal unter anderem mit ihrer Engelsversammlung. Dass darunter auch der ein oder andere (B)engel zu finden war, wurde beim Vortragen der Herzenswünsche schnell deutlich. Mit „Dat Lesen moag ick öwerhupt nich jern. Lewer mücht ick Musik hörn. Bring mi äwer Hip-Hop und Rock, domit ick miene Oma schock!“ und anderen Statements hatten die Schüler oftmals herzhafte Lacher auf ihrer Seite. Entschieden braver, aber nicht weniger humorvoll ging es da bei den Mädchen und Jungen der beiden ersten Klassen zu, die ihr Debüt etwa als helfende Sternchen des Weihnachtsmanns feierten.

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Denkbar bester Kompromiss

Besinnlich dann der Lichtertanz und das Weihnachts-ABC der beiden zweiten Klassen, woran sich die dritte Klasse mit einem zickigen Weihnachtsbaumzoff anschloss. Frieden heiße doch aber die Losung in diesen Tagen ganz besonders und sowieso zu Weihnachten – und so wurde der unnütze Streit, wer denn wohl der Schönste sei, kurzerhand mit dem denkbar besten Kompromiss beigelegt: Jeder Baum bleibt wo er ist; im Wald. Und dort wird er geschmückt. Ein wahrer Traum vom Baum, so der Name der Anekdote. Fehlten nur noch die „alten Hasen“, die mit ihrem Weihnachtsrap ganz clever zwei Fliegen mit einer Klappe schlugen.

Klassenleiterin Heike Lemme vergab auf das Gedicht „Weihnachten“ von Joseph von Eichendorff im Vorfeld der Festtage nicht nur Noten. Sie entwickelte mit den Neun- und Zehnjährigen auch eine vielseitige musikalische Choreografie aus dem Klassiker. Und so endete die Flessauer Weihnachtsgala mit „Oh du gnadenreiche Zeit“ wie sie begann – fröhlich.