Seehausen l Am Dienstagabend bestätigte der Wahlausschuss der Verbandsgemeinde Seehausen, dem das ganze Prozedere für die Wahl eines neuen Gemeindeoberhauptes für das Zehrental im Vorfeld formell übertragen worden war, dass nichts gegen die Zulassung des Bewerbers spricht. Außerdem stellte das Gremium, das sich aus Verwaltungsmitarbeitern um Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) rekrutiert, fest, dass es keinen Gegenkandidaten für den praktizierenden Rechtsanwalt gibt. Dafür wurde kurz vor Beginn der Sitzung im Saal des Rathauses 18 Uhr noch einmal ein Blick in den Postkasten geworfen.

Der potenzielle Nachfolger des vor viereinhalb Monaten verstorbenen Uwe Seifert überzeugte sich als Gast persönlich vom Ausgang der Sitzung und suchte nach dem offiziellen Teil noch kurz das Gespräch mit Rüdiger Kloth und den Verwaltungsleuten.

Bürgerversammlung nicht möglich

Der Verbandsgemeindebürgermeister orakelte denn auch, dass die aktuellen Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie wohl kaum eine Bürgerversammlung im Vorfeld des Urnengangs zulassen würden. Was allerdings auch kein Wahlhindernis sei. Denn der Gesetzgeber schreibe für den Fall nur vor, dass dem oder den Bewerbern die Möglichkeit zur öffentlichen Vorstellung bei Bedarf ermöglicht werden muss. Zwingend vorgeschrieben wäre das nicht. Dass Michael Seide der einzige Bürgermeisterkandidat ist, macht die Sache etwas einfacher. Zudem wurde der gebürtige Sachse, der mit Frau und Kind seit Oktober auf dem Hof der Schwiegereltern in Lindenberg wohnt, bereits in der Tagespresse vorgestellt. Dem Gemeinderat und dessen Gästen will sich Seide bei der nächsten öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 21. Januar, ab 19 Uhr im Gollensdorfer Gemeindehaus vorstellen. Vor allem die amtierende Bürgermeisterin Sandra Hoffmann dürfte ihm dann vertraut sein, nach dem sie ihn zur Kandidatur ermutigt hatte.

Bewerber will sich beim Rat vorstellen

Die eigentliche Bürgermeisterwahl findet am Sonntag, 7. Februar, statt. Die Wahllokale in den Gemeindehäusern Gollensdorf und Groß Garz haben von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Einspruch könnte noch von der Landeswahlleitung kommen, wenn deren Bedenken wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Corononavirus zu groß sind. Das Schlimmste, was den gut 600 Wahlberechtigten aus dem Zehrental drohen könnte, wäre indes die Briefwahl. Ob die in einem derart dünn besiedelten Gebiet nötig ist, wird im Rathaus indes bezweifelt. Zumal auch in Sachen Wahlbeteiligung bei nur einem Kandidaten aus der Erfahrung der vergangenen Jahre nicht unbedingt mit einer Rekordbeteiligung zu rechnen ist. Wobei Einzelkandidaten immer großen Wert auf viele Stimmen legten, weil das ein Stück weit auch Vertrauensvorschuss und Zuspruch für das ehrenamtliche Engagement der kommenden sieben Jahre ist. Die Rückendeckung von Kloth hat Seide jedenfalls. Der Verbandsgemeindebürgermeister freute sich, dass es einen Bewerber für das Zehrental gibt und auf die Zusammenarbeit.