Osterburg l Der Schritt hat sich lange abgezeichnet, nun wird er wohl auch vollzogen: Die Feuerwehr des aktuell noch 88 Einwohner zählenden Dorfes Zedau soll in Kürze aus der sogenannten Einsatz- und Ausrückeordnung gestrichen werden. Darauf legte sich Stadtwehrleiter Sven Engel auf Nachfrage der Volksstimme fest.

Grund: Die Feuerwehr Zedau verfüge schon seit längerem nicht mehr über die nötige Mindeststärke von 18 aktiven Frauen und Männern, noch dazu stehe sie mittlerweile auch ohne Leiter da. Der langjährige Zedauer Feuerwehrchef Werner Hintze ist nach Engels Angaben im vergangenen Jahr von der Führungsposition zurückgetreten. Die Situation um die Wehr habe sich also noch einmal verschlechtert. Damit scheint das Gegenteil von dem eingetreten, was sich sowohl Verwaltung als auch Feuerwehrführung der Einheitsgemeinde erhofften, als sie Mitte 2018 zur Einwohnerversammlung in das Zedauer Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus baten. Verwaltung und Feuerwehr wollten neue Mitglieder gewinnen. Während der Gesprächsrunde ist zwar der Wille zum Erhalt der Zedauer Ortswehr deutlich geworden. Der erhoffte Zuwachs für die Riege der aktiven Brandbekämpfer ist aber gänzlich ausgeblieben. Es habe seitdem keine einzige Neuaufnahme gegeben, zog Sven Engel ein Fazit.

Dies aber führe nun zu den längst angekündigten Konsequenzen. Die Feuerwehr Zedau tritt in die „Reserve“, ihr Mannschaftstransportwagen wird bereits von einem der hauptamtlichen Gerätewarte der Einheitsgemeinde genutzt. Auch weitere Technik und Ausstattung der Wehr könnte im Bedarfsfall in die Hände aktiver Feuerwehren übergehen, zeigte der Stadtwehrleiter auf. Mit der Versetzung in die Reserve sei die Zedauer Wehr faktisch erst einmal „stillgelegt“, ihre endgültige Auflösung bedeute dieser Schritt freilich noch nicht. Aus gutem Grund: Denn sollten sich perspektvisch doch noch einmal neue Mitstreiter im Dorf finden, „können wir die Zedauer Feuerwehr sehr zügig wieder aktivieren“, machte Sven Engel deutlich. Zudem hätten Mitglieder der „Reserve“-Wehr, die sich weiterhin aktiv für den Brandschutz engagieren wollen, auch dazu die Gelegenheit. Sie seien bei der Osterburger Stadtwehr sehr willkommen, äußerte Engel. Etwaige Probleme, dass durch die Zedauer Reserverstellung ein Loch in das Brandschutznetz der Einheitsgemeinde gerissen werde, sieht er ebenfalls nicht. Schließlich liege das Dorf Zedau doch sehr dicht an Osterburg, begründete der Stadtwehrleiter.