Zedau l Die von Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) unterstützte Überlegung von Stadtwehrleiter Sven Engel, Zedaus noch aktive Truppe aus der sogenannten Einsatz- und Ausrückeordnung herauszunehmen und sie bis auf Weiteres als „Reserve“ zu führen, kommt nicht überraschend. Schon Mitte 2018 sei es angesichts von zu diesem Zeitpunkt noch acht aktiven Zedauer Einsatzkräften „faktisch fünf vor zwölf gewesen“, blickt Sven Engel zurück.

Trotz Werbung keine Neuaufnahme

Im Zusammenspiel mit Bürgermeister und Ordnungsamt aus dem Osterburger Rathaus habe die Feuerwehrführung der Einheitsgemeinde damals noch einmal Anstrengungen unternommen, um die Zedauer Brandbekämpfer auf zukunftsfeste Beine zu stellen. „Wir wollten neue Mitglieder gewinnen, um die Mannschaftstärke wenigstens ein Stück weit in Richtung der vorgeschriebenen Mindeststärke von 18 aktiven Kameradinnen und Kameraden zu bringen“, so Engel.

Zuerst in einer internen Feuerwehrversammlung, kurze Zeit später dann in einer Gesprächsrunde mit Zedauer Einwohnern sei zwar der Wille zum Erhalt der Zedauer Wehr spürbar gewesen. Allein bei den Mitgliederzahlen rührte sich nichts. „Bis heute gab es in Zedau keine einzige Neuaufnahme“, fasst der Einheitsgemeinde-Wehrleiter nüchtern zusammen. Schlimmer noch: Zuletzt habe auch noch der langjährige Zedauer Ortswehrleiter Werner Hintze seinen Abschied von der Spitze der Brandbekämpfer verkündet. Somit stehe die Zedauer Truppe nunmehr auch ohne Leitung da, so Engel. Der Einheitsgemeinde-Wehrleiter plädiert deshalb für moderate Konsequenzen. Die Feuerwehr soll nicht aufgelöst werden, aber ins „zweite Glied“ zurücktreten. Sie werde aus der aktiven Einsatzbereitschaft herausgelöst, Technik und Ausstattung könnten somit im Bedarfsfall in die Hände aktiver Wehren wechseln. Gleichzeitig halte man sich so aber die Option offen, die Zedauer Wehr zügig aktivieren zu können, sollten in der Perspektive doch noch neue Mitstreiter gefunden werden.

Stadtwehr steht interessierten Aktiven offen

Engel kündigte für die kommenden Wochen ein entsprechendes Gespräch mit der Zedauer Truppe an. Dabei dürfte der Einheitsgemeinde-Wehrleiter auch deutlich machen, dass Zedauer, die sich weiterhin aktiv für den Brandschutz engagieren wollen, gern die Reihen der Osterburger Wehr verstärken können. Schließlich befinde sich das Dorf unmittelbar vor der Haustür der Biesestadt, betonte Engel. Aus dem gleichen Grund befürchte er auch nicht, dass ein Reserve-Status der Zedauer ein Loch in das Brandschutznetz der Einheitsgemeinde reißen könnte. „Unsere Osterburger Wehr liegt eben doch sehr nahe an Zedau dran“, sagte Engel.