Zweite Kuh der GbR Dolsleben für Lebensleistung geehrt

100000 Liter Milch: Grüne Schärpe für Blacky

Von Uta Elste

Erst "Axel", jetzt "Blacky": In der GbR Dolsleben erhielt die zweite Kuh die Schärpe für eine Milchleistung von 100000 Litern.

Dolsleben l Dagmar Schulz, mit Ehemann Frank Gesellschafter der GbR Dolsleben, hatte extra ein Güllefass auf die Weide gestellt. Fassungsvermögen: 20000 Liter. "Ich möchte einmal veranschaulichen, welche Leistung Blacky gebracht hat. Sie hat praktisch ein derartiges Fass fünfmal gefüllt", erklärt sie den Gästen des Hoffestes am Sonnabend.

"Blacky", eine nahezu zwölf Jahre alte Schwarzbunte, steht davor und betrachtet den Rummel eher gleichmütig. Ihr steht der Sinn nicht nach Ehrungen. Nähert man sich ihr, geht das Tier sofort auf Distanz.

Dabei hätte sie keinen Grund, sich zu verstecken. Geboren am 14. Oktober 2000 als Tochter von Lentini, hat sie inzwischen selbst acht Kälber, fünf weiblich und drei männlich, zur Welt gebracht. Drei ihrer Töchter stehen ebenfalls in den Ställen in Hohendolsleben.

Die besagten 100000 Liter erreichte sie bereits am 13. Januar, am Tag der Auszeichnung waren bereits weitere 4400 Liter hinzugekommen. "Ihre beste Laktation war die dritte, da gab sie im Durchschnitt 42 Liter am Tag", berichtet Katharina Roitsch vom Landeskontrollverband. Zwar werden pro Laktation 305 Tage zugrunde gelegt, "Blacky" jedoch gab an 342 Tagen nahezu 14000 Liter Milch. "Die fünfte und sechste Laktation waren ebenfalls sehr gut", so Katharina Roitsch weiter, "es ist selten, dass Tiere das durchhalten." Für Dagmar Schulz liegt die Erklärung auf der Hand und das Geheimnis in der Tiergesundheit. "Am ehesten schaffen das Tiere, die der Tierarzt nicht kennt", sagt sie lächelnd.

Nun hat Tierarzt Ulf Knoblauch zwar bereits mit "Blacky" Bekanntschaft gemacht, ihr jedoch in ihrem bisherigen Leben erst fünfmal ärztliche Hilfe zuteil werden lassen. "Und das ist sehr wenig", fügt der Diesdorfer hinzu.

Insgesamt stehen in den Ställen der GbR Dolsleben 630 Rinder, davon 255 Milchkühe. 50 von ihnen sind vor der Geburt der nächsten Kälber trockengestellt. Zu den anderen Tieren gehören die eigene Nachzucht und 100 Ochsen.

Nach "Axel" im Oktober vergangenen Jahres ist "Blacky", die ihren Namen der nahezu schwarzen Fellfarbe verdankt, das zweite Tier des landwirtschaftlichen Betriebes, das in den Klub der 100000 Liter-Kühe aufgenommen wurde. Und bald, schätzt Katharina Roitsch, wird aus dem Duo ein Trio. Einen Namen hat diese Kuh bislang noch nicht. Im Mai lag ihre Leistung knapp vor der 90000-Liter-Marke. "Axel" habe übrigens bei der Kontrolle im Mai eine Lebensleistung von 110900 Litern vorweisen können, so Katharina Roitsch weiter. Um einen Liter Milch zu produzieren, vollbringt der Kreislauf der Kuh Höchstleistungen. "500 Liter Blut müssen dafür durch das Euter fließen", erläutert Ulf Knoblauch.

"Blacky" bekam ihren Namen erst relativ kurz vor der Auszeichnung. Auf dem Pokal, den Uwe Roitsch von Rinderzuchtverein Sachsen-Anhalt, Dagmar Schulz überreicht, steht lediglich ihre zehnstellige Nummer.