Salzwedel l Die Zahl der Übernachtungen in Salzwedel ist 2015 erneut gestiegen. Laut Statistischem Landesamt übernachteten zwischen Januar und Juni 2015 10 774 Besucher in der Hanse- und Baumkuchenstadt. Verglichen mit dem Vorjahres-Zeitraum sind das laut KulTour-Betrieb 451 Besucher oder 4,2 Prozent mehr (2014 kamen insgesamt 10 321 Gäste). Im Vergleich zu 2013 kamen immerhin noch 250 Gäste oder 2,32 Prozent mehr in die Stadt (insgesamt 10 524).

Klötze mit Minus von 21 Prozent

Mit dem Plus bewegt sich Salzwedel gegen den Trend in der Region. Bei 146 286 Übernachtungen verzeichnete der Altmarkkreis einen leichten Besucherrückgang um 1,9 Prozent. Klötze beispielsweise musste bei 4822 Übernachtungen ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verkraften. Gardelegen dagegen gehörte mit 9062 Übernachtungen (+16,9 Prozent) zu den Gewinnern. Und auch die Arendseer können sich bei insgesamt 72 964 Übernachtungen (+0,4 Prozent) über eine stabile Entwicklung freuen. Constanze Neuling, Leiterin der Salzwedeler Tourist-Information, bewertet die Entwicklung in der Hansestadt angesichts des Gesamttrends als beachtlich. Die Gründe ließen sich nicht genau benennen, sagte Neuling gestern. Zu beobachten sei aber ein zunehmend individueller Tourismus mit kleinen Gruppen, darunter Radfahrer und Zugreisende aus den Ballungsräumen. Bus-Tagesreisen mit 50 und mehr Teilnehmern haben ihren Zenit dagegen anscheinend überschritten.

Die Zahlen und die Wirklichkeit

So schön die Zahlen sind. Sie geben die Wirklichkeit nur ungenügend wider. Denn das Statistische Landesamt erfasst Übernachtungsbetriebe erst ab einer Größe von neun Betten. Außerdem werden Kur- und Rehabilitationskliniken nicht von Hotels oder Pensionen unterschieden. Zusammengefasst heißt das, dass die tatsächliche Übernachtungszahl in Salzwedel oder Gardelegen höher liegen dürfte als angegeben und, dass längst nicht alle Besucher von Arendsee und Kalbe (von Januar bis Juli wurden in der Mildestadt 43 155 Übernachtungen registriert) auch Touristen sind. Hinzu kommt: Je weniger Touristen es an einem Ort gibt, desto höher fallen statistische Schwankungen aus. Der Einbruch in Klötze sollte deshalb genauso wenig überbewertet werden wie das Hoch in Gardelegen oder Salzwedel.

Buga-Boom im Osten

Trotzdem: Dass sich die Besucherzahlen in der Hansestadt stabil entwickeln, deckt sich mit der Wahrnehmung der Mitarbeiter des zuständigen KulTour-Betriebs. So wuchs die Zahl der Gästegespräche in der Touristinformation von durchschnittlich 80 je Tag im Zeitraum Juli-August 2014 auf 110 im selben Zeitraum dieses Jahres. Ein Plus von 37,5 Prozent. Und die Zahl der Stadtführungen bewegt sich zwei Wochen vor dem Jahreswechsel mit bislang 265 auf ähnlich hohem Niveau wie in den Jahren 2013 (267) und 2014 (268).

Starke Zuwachsraten verzeichnet in diesem Jahr übrigens auch der Landkreis Stendal. Bei 122 788 Übernachtungen gab es ein Plus von 17,5 Prozent. Während die Westaltmärker auch 2016 auf stabile Zahlen hoffen dürfen, müssen die Stendaler aber mit einem Einbruch rechnen. Denn Grund für das Plus in der Ostaltmark war vor allem die Bundesgartenschau.