Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2021

Altmarkkreis Salzwedel: SPD-Kandidatin mit Bildung im Fokus

In rund vier Wochen wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Die Volksstimme stellt in loser Folge die Direktkandidaten der aktuell im Parlament vertretenen Parteien für den Altmarkkreis vor. Heute: Nadine Hofmann (SPD).

Von Alexander Rekow
Die 21-jährige Nadine Hofmann aus Pretzier setzt auf die Eckpfeiler Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.
Die 21-jährige Nadine Hofmann aus Pretzier setzt auf die Eckpfeiler Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Foto: Malte Schmidt

Salzwedel

Zwischen den ganzen Männern, die um die Gunst der Wähler für ein Direktmandat bei der Landtagswahl am 6. Juni werben, haben die Sozialdemokraten mit Nadine Hofmann eine Frau positioniert – und zudem eine sehr junge.

Unweit der Kreisstadt Salzwedel, im Ortsteil Pretzier, wohnt die 21-jährige Nadine Hofmann. Die im niedersächsischen Uelzen geborene Frau kam im Alter von zwölf Jahren mit ihrer Familie in die Altmark. „Salzwedel ist meine Heimat“, sagt sie. In der Hansestadt am Jahngymnasium legte sie 2018 ihr Abitur ab. Und rückblickend habe die Schulzeit auch ihren Weg in die Politik geebnet.

Die Reichensteuer muss her.

„Ich fand es als Kind schon toll, wenn wir uns im Unterricht mit Politik befasst haben“, sagt sie, „das hat mich schon immer super interessiert.“ Und mit dem Älterwerden sei in ihr die Frage aufgekeimt: „Welche Partei könnte zu mir passen?“ Eines sei für sie immer klar gewesen: eine Partei aus dem politisch linken Spektrum müsse es sein. Die Linken zu links, die Grünen zu grün: „Die SPD passte zu mir.“ Maßgeblich dazu beigetragen habe der „Martin-Schulz-Zug“, der 2017 durchs Land fuhr und, vor dem Absturz, einen regelrechten Hype auslöste. Nadine Hofmann sprang auf und ist im gleichen Jahr in die SPD eingetreten. Unwesentlich nach ihrem Parteieintritt wurde sie schon in den Vorstand der Salzwedeler Sozialdemokraten gewählt. Seit 2020 ist die 21-Jährige stellvertretende Vorsitzende.

„Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität“, sagt Hofmann: Das seien die Eckpfeiler der Sozialdemokratie, mit der sie sich identifiziere und auf deren Fundament die Politik ausgerichtet werden müsse. „Die Schere zwischen arm und reich muss geschlossen werden“, beginnt die junge Frau, politische Ziele zu setzen: „Die Reichensteuer muss her.“ Hartz-IV gehöre weg. „Ich bin für das bedingungslose Grundeinkommen.“ Auch wenn es derzeit noch utopisch klinge.

Ihr Steckenpferd sei aber die Bildungspolitik, so die Lehramtsstudentin. „Ich möchte das Lehramtsstudium neu aufstellen.“ So könne der Lehrermangel angegangen werden.

Außerdem seien die jungen Menschen ohnehin politisch unterpräsentiert. Dort wolle die 21-Jährige ansetzen und ihnen eine Stimme geben. „Die jungen Menschen haben keine Lobby.“

Ein weiteres Thema: „Den ländlichen Raum stärken.“ Und dies könne nur gelingen, wenn die Kommunen entlastet würden. „Viele sind doch verschuldet.“ Auch ihre Heimatstadt Salzwedel. Eine Idee: Der Soli-Beitrag könne nach der Corona-Pandemie fortgeführt und das Geld in klamme Kommunen gespült werden.

Auch den Klimaschutz habe sie im Fokus. Und wenn für eine bessere Infrastruktur Bäume fallen, müsse für die Rodung ein Ausgleich her. Um generell mehr Menschen weg vom Auto und zu klimafreundlicher Mobilität zu bekommen, müsse in den öffentlichen Nahverkehr in der Region investiert werden. „Der ÖPNV muss attraktiver werden.“

Auch die Tourismus-Karte gehöre gespielt. „Hier können Berliner entschleunigen und das muss beworben werden.“ Die Region sei ein Ruhepol für Urlauber. „Hier gibt es so viel Potenzial, das nur genutzt werden muss.“