Digitalisierung

Arendseer Schulen werden auf digitaler Ebene modernisiert: Finger statt Kreide

Kreide an den Händen und regelmäßiges Abwischen: Dies gehört bald immer mehr der Vergangenheit an. In Bildungsstätten der Region werden die einzelnen Klassenzimmer digital ausgebaut.

Von Christian Ziems 20.07.2021, 08:00
Fonane-Direktor Thomas Schlicke (rechts) mit Lehrer Paulius Kurlavicius während eines Termins im Corona-Lockdown. Die klassischen Tafeln, die mit Kreise beschrieben werden, sollen nach und nach der Vergangenheit angehören. Die Digitalisierung schreitet voran.
Fonane-Direktor Thomas Schlicke (rechts) mit Lehrer Paulius Kurlavicius während eines Termins im Corona-Lockdown. Die klassischen Tafeln, die mit Kreise beschrieben werden, sollen nach und nach der Vergangenheit angehören. Die Digitalisierung schreitet voran. Archivfoto: Christian Ziems

Arendsee/Fleetmark - Fünf digitale Tafeln werden für die Grundschule in Arendsee und vier für Fleetmark angeschafft sowie jeweils 55 Tablets pro Bildungsstätte inklusive Wagen zum Aufladen. Damit sollen dann Schüler und Lehrer arbeiten. Die entsprechenden Aufträge wurden jüngst vom Bauausschuss vergeben. Damit ist der Weg für noch mehr Digitalisierung frei. Dies wird mit Blick in die Klassenräume künftig auf den ersten Blick sichtbar sein. Denn immer mehr traditionelle Tafeln werden weichen. Auf Bildschirmen wird dann mit Finger oder einem speziellen Stift geschrieben. Die bisherige Kreide könnte zumindest in den Grundschulen Fleetmark und Arendsee bald ausgedient haben. Die Gebäude sollen komplett mit digitalen Tafeln ausgestattet werden. Dieses Ziel besteht bereits länger. Daran werde festgehalten, wie Bürgermeister Norman Klebe informiert. Die Schulen gehören der Kommune und diese nutzt Fördermittel aus dem Digitalpakt, um verstärkt zu modernisieren. Auch eigene Gelder werden eingesetzt. Grundvoraussetzung ist aber ein schnelles Internet vor Ort. Dafür wurden ebenfalls Aufträge an Firmen vergeben. Während es mit dem Internettempo in Fleetmark schon gut aussieht wird die Arendseer Bildungsstätte innerhalb der nächsten Wochen aufgerüstet. Doppelgleisig werde übrigens nicht gefahren, wie Norman Klebe deutlich macht. Bedeutet: Wenn eine digitale Tafel installiert wird, kommt die alte Konstruktion sofort raus.

Die Digitalisierung soll zu 100 Prozent umgesetzt und damit auch ein Budget für den Kauf von Kreide bald überflüssig werden. Solch eine moderne Tafel hängt bereits im Sitzungszimmer des Rathauses. Lehrkräfte konnten diese nutzen, um sich mit der Technik, die nun flächendeckend angeschafft wird, besser vertraut zu machen.

1,4 Millionen Euro werden investiert

Ganz ohne Kreide wird es von der Grundschule Arendsee aus gesehen ein paar Meter entfernt noch nicht laufen. Die Ganztags- und Gemeinschaftsschule Theodor Fontane befindet sich in direkter Nachbarschaft. Für diese Gebäude ist der Altmarkkreis Salzwedel zuständig. Und dieser investiert in den nächsten Monaten rund 1,4 Millionen Euro in die Bildungsstätte. Dabei geht es vor allem um den Brandschutz und das Einrichten von weiteren Flucht- sowie Rettungswegen. Die komplette Beleuchtung wird auf energiesparende LED-Technik umgerüstet.

Wie Direktor Thomas Schlicke erklärt, erfolgt im Zuge des Projektes auch eine neue Verkabelung in allen Räumen. Mit diesen lasse sich ein WLAN-Netz und damit schnelleres Internet überall einrichten. Voraussetzung ist ein moderner und geplanter Hauptanschluss. Noch lassen die Internet-Geschwindigkeiten zu wünschen übrig. Denn wenn derzeit im Computerraum gearbeitet wird, bleiben für die anderen Bereiche kaum noch Kapazitäten. Vorhandene Endgeräte wie 60 Laptops sind dann so ziemlich nutzlos. Dies soll sich ändern.

Direkter Draht ins Sekretariat

Hinzu kommen drei bis vier neue digitale Tafeln, eine gibt es bereits. Alle Räume können aber noch nicht damit ausgerüstet werden. Es bleibt also teilweise bei der klassischen Kreide-Variante. Die Lehrkräfte bekommen regelmäßig Angebote, sich auf dem Gebiet weiterzubilden und die Feinheiten der digitalen Tafeln kennenzulernen. Auch Thomas Schlicke hält nichts davon, digitale und analoge Konstruktionen nebeneinander zu stellen. Begründung: Die voranschreitende Digitalisierung müsse konsequent umgesetzt werden.

Überflüssig werden in der Fontane-Bildungsstätte übrigens bald die gedruckten Klassenbücher. Dies bedeutet in der Praxis: Wenn beispielsweise morgens in der ersten Stunde das unentschuldigte Fehlen eines Schülers bemerkt wird, muss dies nicht mehr per Kugelschreiber eingeschrieben und damit dann persönlich ins Sekretariat gegangen werden. Die Lehrer können solch eine Meldung künftig am Tisch im Klassenzimmer in ihren Dienstlaptop eingeben. Direkt danach erscheint auf dem PC im Sekretariat die Info. Von dort aus können sofort die Eltern verständigt werden.