Theater

Arendseer Sommertheater verzückt: Einmal um die ganze Welt oder Urlaub auf Balkonien

Die Klosterbühne am Arendsee gehört zu den schönsten Orten, um dort kreativ tätig zu werden. Das Theater der Altmark ist seit Jahren Stammgast und die Schauspieler können derzeit wieder mehrfach live erlebt werden.

Von Helga Räßler 18.07.2021, 03:00
Begeistert verfolgten die Zuschauer im Klosterareal die Theaterpremiere, applaudierten, sangen  bei „Ich war noch niemals  in New York" mit.
Begeistert verfolgten die Zuschauer im Klosterareal die Theaterpremiere, applaudierten, sangen bei „Ich war noch niemals in New York" mit. Foto: Helga Räßler

Arendsee - „Einmal um die ganze Welt“ oder „Urlaub auf Balkonien“: Der theatralische Liederabend unter dem Motto „Ich war noch niemals in New York“ rief Begeisterung beim Publikum im Arendseer Klosterareal hervor. Alexandra Sagurna alias Bettina und Sebastian Hammer alias Udo, zwei Schauspieler mit beachtenswertem Gesangstalent, zogen gekonnt die Register ihres Könnens. Ob bei „Brazil“, „San Francisco“, „Moskau“ oder dem „Highway to Hell“ schien es für sie nur eins zu geben: „I want to break free“.

Dazwischen entspannen sich skurrile Dialoge übers Gehen oder Bleiben, Weltläufigkeit oder Spießertum. Und natürlich spielte auch Corona eine Rolle, denn wegen des gebotenen Abstands war eigentlich Küssen nicht erlaubt, wie Bandmitglied Niclas Ramdohr vom Nachbarbalkon betonte.

Mit akrobatischen Einlagen

Er intonierte dann - mit Hilfe des Publikums, das auch bei den anderen Titeln des Abends mitsang - „Tulpen aus Amsterdam“. Und im schunkligen Takt zündete sich das Heldenpaar ein „Pfeifchen“ an und schwelgte in anderen Sphären der Glückseligkeit entgegen. Sehr schön gespielt mit akrobatischen Klettereinlagen auf der Balkonbrüstung, von der die Geranien im Blumenkasten abstürzten.

Aufbrechen und Ankommen, Fernweh und Heimweh, Verlassen und Finden - thematisiert in den bekannten Songs von Max Raabe, Bodo Wartke, Hildegard Knef, Frank Sinatra, Heinz Rudolf Kunze und den Rolling Stones. Und natürlich von Starsänger Udo Jürgens, der titelgebend war.

Zugabe gefordert

Trotz der Einhaltung der Coronaregeln war es für die Besucher ein unterhaltsamer und kurzweiliger Theaterabend, wenn er auch kürzer ausfiel als in den Vorjahren. Aber bequem platziert auf Bänken und Stühlen oder mitten auf der Hangwiese war der Kulturgenuss garantiert. Zumal auch das Sommerwetter „mitspielte“ und eine wunderschönen Sonnenuntergang bescherte. Dafür gab es viel Applaus, eine Zugabe und Dankesworte von Uwe Walter, Vorsitzender des Fördervereins Kloster.

So störungsfrei wünschen es sich die Theatermacher um Intendant Wolf E. Rahlfs, Dramaturgin Cordula Jung, Niclas Ramdohr (musikalische Leitung), und Mark Späth (Bühne und Kostüme) ebenso wie die Gastgeber vom Klosterverein Arendsee auch für Zukunft.

Sebastian Hammer und Alexandra Sagurna steckten sich zu „Tulpen aus Amsterdam" ein „Pfeifchen" auf ihren Balkons an und sangen sich in die Herzen des Publikums.
Sebastian Hammer und Alexandra Sagurna steckten sich zu „Tulpen aus Amsterdam" ein „Pfeifchen" auf ihren Balkons an und sangen sich in die Herzen des Publikums.
Foto: Helga Räßler