Salzwedel l Jugendliche ab der achten Klasse mit den vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten in der Region vertraut zu machen: Das ist das Ziel der Ausbildungsmesse, die mit dem Tag der offenen Tür der Berufsbildenden Schulen gekoppelt ist. Mehrere Hundert Jugendliche nahmen, oft gemeinsam mit ihren Eltern, am Sonnabend das Angebot an.

Laura Ludewig musste nicht lange suchen. Zielgerichtet steuerte sie den Stand der Polizei des Landes Sachsen-Anhalt an. Die Schülerin der zehnten Klasse besuchte zwar erstmals die Ausbildungsmesse. Dafür steht ihr Berufswunsch jedoch schon seit längerem fest. Sie möchte in die Reihen der Ordnungshüter im Land eintreten. Die Ausbildungsmesse gab ihr nunmehr die Möglichkeit, sich noch einmal weitere Informationen aus erster Hand zu ihrem Berufswunsch zu holen.

Kein Sportmuffel sein

Als Ansprechpartnerin stand Jodie Mussehl bereit. Die junge Frau absolviert aktuell ihre Ausbildung bei der Polizei und hat ihre Entscheidung bislang nicht bereut. „Die Ausbildung ist gut, besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich“, sagte Jodie Mus- sehl. Bewerber sollten allerdings keine Sportmuffel sein, über logisches Denkvermögen verfügen und gern auf Menschen zugehen. Alles andere wird vermittelt, warb sie für ihren künftigen Beruf.

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Zu den größten Anbietern von Ausbildungsplätzen gehört im Altmarkkreis die Landwirtschaft. „Bewerber haben die Wahl zwischen 80 Ausbildungsbetrieben“, sagte Annegret Jacobs, Geschäftsführerin des Kreis-Bauernverbandes. Um den Berufsnachwuchs zu sichern, bieten viele Landwirte Jugendlichen die Möglichkeiten zu einem Praktikum auf dem Hof an. Eine Liste dieser Betriebe ist direkt beim KreisBauernverband erhältlich. Da die Unternehmen flächendeckend im Altmarkkreis Salzwedel vertreten sind, können interessierte Schüler diese meist leicht erreichen.

Praktika angeboten

Die Chance, junge Leute über Praktika zu gewinnen, nutzen auch viele Handwerksunternehmen zunehmend. „In unserer Branche können interessierte Jugendliche gern mit einem Gesellen mitgehen und sich von den vielfältigen Aufgaben eines Schornsteinfegers selber überzeugen“, versicherte Schornsteinfegermeister Christian Plettner. Die schwarze Zunft hat nämlich weit mehr zu bieten als nur das Reinigen der Schornsteine.

„Wir sind Sicherheitspartner rund um Brandschutz, begleiten die Energiewende, beraten bei neuen Heizungen und der Lüftung“, erklärte Schornsteinfeger-Azubi Nicklas Schulze. Ihm ist die Begeisterung für seinen Beruf übrigens in die Wiege gelegt worden. Schon seine Mutter und auch der Großvater sind den Altmärkern aufs Dach gestiegen. Angst um seine berufliche Zukunft muss sich der junge Mann nicht machen. Von den aktuell 220 bevollmächtigten Schornsteinfegern im Land gehen mittelfristig 40 in Rente. Informationen zum Beruf gibt es über die Landesinnung.

Arbeit im Team

Nicht allein mit Praktika, sondern auch mit Ferienjobs wirbt Zimmerer Raimo Haupt um Auszubildende. Einzige Voraussetzung zum Erlernen des Berufes ist der feste Wille zum Absolvieren der Ausbildung. Gemeinsam mit den Azubis Moritz Westphal und Pascal Fechner war der Handwerker aus Kusey in Salzwedel mit dabei. „Es ist spannend zu sehen, wie aus einem Stück Holz ein Dach wird“, sagte Moritz Westphal. Beide schätzen an ihrem Job die Arbeit im Team. Bewerber sollten allerdings wetterfest sein.

Wie wichtig die Ausbildungsmesse für Jugendliche bei der Berufswahl geworden ist, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der Veranstaltung. Beteiligten sich im Jahr 2008 noch 34 Aussteller, waren es aktuell bereits 80. Die Besucherzahlen stiegen von 500 auf 1200 Gäste im Jahr 2019. Weniger dürften es am Sonnabend sicher nicht gewesen sein.