Feuerwehr

Besonderheit: Arendseer Feuerwehr hat ein Kamaz-Tanklöschfahrzeug

Ein guter Tag für die Feuerwehren der Region Arendsee: Ein nagelneues Tanklöschfahrzeug wurde gekauft. Der Wassertank fasst 6000 Liter. In Deutschland ist dieser moderne Fahrzeugtyp noch sehr selten.

Von Christian Ziems 17.07.2021, 12:52 • Aktualisiert: 17.07.2021, 17:52
Kurz nach der Ankunft wurden einige Details des neuen Einsatzfahrzeuges gemeinsam angeschaut. Eine ausführliche Einführung gibt es heute Nachmittag.
Kurz nach der Ankunft wurden einige Details des neuen Einsatzfahrzeuges gemeinsam angeschaut. Eine ausführliche Einführung gibt es heute Nachmittag. Fotos: Christian Ziems

Arendsee - Gespannt warteten die Ehrenamtlichen vor dem Gerätehaus und schauten auf die Smartphones. „Jetzt ist es in Binde und fährt nun an Kraatz vorbei“, hieß es. Wenige Minuten später postierten sich die Einsatzkräfte auf der Bahnhofstraße und sahen das neue Fahrzeug von der Innenstadt nicht nur, sondern hörten es auch. Der Dreiachser beeindruckte sofort. Vor der Fahrzeughalle wurde das Tanklöschfahrzeug erstmal von allen Seiten genauer betrachtet. Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze und Udo Lahmann, Gerätewart der Freiwilligen Feuerwehr Arendsee, hatten das Fahrzeug geholt.

Etliche Kameraden der Arendseer Wehr machten sich mit dem neuen Einsatzgefährt gleich vertraut. Eine intensive Einweisung gibt es heute Nachmittag. Einige Details: Der Wassertank verfügt über 6000 Liter. Vorne befindet sich eine Seilwinde mit einer Zugkraft von zehn Tonnen. Auf dem Dach ist ein Wasserwerfer installiert. Wenn dieser auf Volllast gefahren wird, ist der 6000-Liter-Tank nach etwa zwei Minuten leer. Das Fahrzeug ist für Brände spezialisiert, kann aber natürlich auch bei anderen Einsätzen verwendet werden. Auf den Türen klebt bereits „Freiwillige Feuerwehr Stadt Arendsee“, inklusive Stadtwappen. Offiziell in Dienst gestellt wird das Tanklöschfahrzeug in etwa zwei Wochen im Rahmen einer Übergabe mit Empfang, wie Hans-Joachim Hinze informierte. Bis dahin muss noch ein Funkgerät eingebaut werden. Weitere Ausrüstungsgegenstände wie Schläuche sind vorhanden und müssen nicht extra gekauft werden.

Anderer Wehren wollen sich Fahrzeug anschauen

Das Fahrgestell stammt vom russischen Hersteller Kamaz, der feuerwehrtechnische Aufbau erfolgte in Polen. In Deutschland ist dieses Gefährt besonders und sehr selten. Es gibt bereits Anfragen von anderen Wehren, die sich diesen Typ anschauen wollen. Die Einheitsgemeinde hatte 320 000 Euro im Haushalt eingeplant. Nötig sind aber nur rund 270 000 Euro. Das Geld wurde kontinuierlich angespart, Fördermittel gab es keine. Die Kommune entschied sich für das Angebot, da Leistung und Preis stimmen. Die Feuerwehrfachleute hatten länger nach einem passenden Fahrzeug gesucht und es schließlich gefunden. Der letzte Neukauf im Bereich dieser Fahrzeuggröße liegt 20 Jahre zurück. „Wir hoffen, bis zum nächsten Mal dauert es nicht so lange“, sagte Bürgermeister Norman Klebe. Im nächsten Jahr soll Lüge ein neues Fahrzeug bekommen.

Als der nagelneue Kamaz das erste Mal zum Arendseer Gerätehaus abbog, postierten sich die Feuerwehrleute auf der Bahnhofstraße
Als der nagelneue Kamaz das erste Mal zum Arendseer Gerätehaus abbog, postierten sich die Feuerwehrleute auf der Bahnhofstraße
Foto: Christian Ziems