Brüchau  l Die Tongrube bei Brüchau, in der jahrzehntelang Bohrschlämme und andere giftige Abfalle verklappt worden sind, ist an einer Stelle nicht dicht. Das geht aus einem Zwischenbericht zu den Untersuchungen hervor, die das Erdgas-Unternehmen Neptune Energy gestern veröffentlich hat. Die Schicht des Geschiebemergels, der ein Versickern des Deponieinhalts verhindern soll, ist demnach unterschiedlich stark und konnte an einer Stelle gar nicht nachgewiesen werden. Zur Ermittlung der geologischen Schichtenfolge unterhalb und im Umfeld der Deponie sind neue Bohrungen erfolgt. Sie sollten ein genaueres Bild der geologischen Schichtenfolge und der Grundwasserleiter aufzeigen, informiert Neptun Energy.

Belastung unterschiedlich hoch

Bei den in der Deponie eingelagerten Stoffen hat sich nicht viel ergeben, das nicht schon aus vorangegangenen Untersuchungen bekannt war. „Das Inventar umfasste im Wesentlichen alle bereits durch die vorhergehende Aktenrecherche bekannten Einlagerungen“, erklärt Neptun-Sprecher Stefan Brieske. Allerdings sei aufgefallen, dass die Schadstoffbelastungen in den verschiedenen Bereichen der Deponie unterschiedlich hoch nachweisbar sind.

Da die Zwischenergebnisse gestern auch im Wirtschaftsausschuss des Landtages vorgestellt wurden, melden sich Landespolitiker zu Wort. Es zeichne sich ab, dass für einen dauerhaft sicheren Umgang mit den Schadstoffen eine Beseitigung der im Volksmund Silbersee genannten Grube erforderlich werde, erklärt die SPD-Fraktion. „Damit ist klar: Es gibt Handlungsbedarf, sowohl für das verantwortliche Unternehmen als auch für Bergbau- und Umweltbehörden“, betont die Fraktionsvorsitzende Katja Pähle. Zu klären sei, wie und wo die Inhaltstoffe dauerhaft gefahrlos gelagert werden können.

Transparente Information

Eine umfassende und transparente Information der Bevölkerung findet der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Jürgen Barth, wichtig. „Dass die Grube nicht dicht ist, war immer die große Sorge der Menschen in Brüchau und Umgebung. Unternehmen und Behörden sind gefragt, über die aktuellen Messergebnisse ebenso zu informieren wie über die Planungen zur Entsorgung“, erklärt er. Dabei stehe im Mittelpunkt, wie Risiken und Gefahren ausgeschlossen werden können.

Die Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Dorothea Frederking, zeigt sich zuversichtlich: „Der Kampf der Menschen aus der Altmark für ihre lebenswerte und saubere Umwelt hat sich gelohnt“, schätzt sie ein. Eine komplette Entfernung der Grube und der Altlasten sei im Ausschuss als Lösungsmöglichkeit genannt worden. Frederking: „Der Giftschlamm muss weg, damit die Menschen, das Grundwasser und die Umwelt dauerhaft geschützt werden.“ Die Undichtigkeit der Bohrschlammgrube sei bedenklich und erfordere dringend eine Lösung, sagt ihr Fraktionskollege Olaf Meister.