Salzwedel l Seit Anfang September ist zwischen dem Ortsausgang von Salzwedel und Richtung Böddenstedt kein Durchkommen mehr. Die marode Brücke über die Dumme soll abgerissen und durch einem Neubau ersetzt werden. Nachdem der Oberbau entfernt war, wurde festgestellt, dass sich Gefahrstoffe im Abbruchmaterial befinden. Es folgten Probenentnahmen und Analysen. Die Folge: Baustopp.

Sehr zum Ärger aller, die seit der Sperrung lange Umwege in Kauf nehmen müssen. Auch der straßenbegleitende Radweg ist dicht. „Warum wird dort nicht seitlich ein Weg für Radfahrer und Fußgänger an der Baustelle vorbei hergerichtet?“, fragt sich Edwin Hansen. Das wäre aus seiner Sicht mit ein wenig Schotter leicht zu machen. Stattdessen sei eine weite Umleitung über die Reimmanstraße ausgewiesen. Ein Riesenumweg, unbeleuchtet, stark befahren und damit für Radler in der dunklen Jahreszeit nicht ungefährlich, schätzt er ein.

Kein verkehrssicherer Weg

„Der dicht am Baufeld vorbeiführende unbefestigte schmale Weg kann nicht zur Nutzung für Geh- und Radwegpassanten frei gegebenen werden, da er nicht verkehrssicher ausgebaut ist“, erklärt Kreissprecherin Birgit Eurich auf Anfrage der Volksstimme. Beispielsweise seien Beleuchtung und Absturzsicherung am Gewässerufer der Dumme nicht vorhanden, erklärt sie.

Alle, die dort entlang wollen, werden sich noch eine Weile gedulden müssen. Es ist derzeit unklar, wann es mit dem Abriss und Neubau der Brücke weitergehen kann. Zwar liegen Laboranalysen der Proben der Baufirma seit Kurzem vor. Das Ergebnis hat es in sich: Das Abbruchmaterial der Brücke besteht aus Beton, Asphalt, sowie Fugen- sowie Abdichtungsmaterialien, die Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten. Diese müssen fachgerecht getrennt entsorgt werden, erklärt Birgit Eurich.

Umweltschädliches Material

„PAK-haltiges Material ist umweltschädlich, es darf nicht ins Grundwasser gelangen und auch nicht unverhältnismäßig vermischt werden“, erklärt sie weiter. Das Lagern und Entsorgen des Abbruchmaterials bereite momentan große Schwierigkeiten. Denn mit PAK-belastete Stoffe können nicht auf durchlässigen Unterlagen, wie Gittersteinen auf der Baustelle gelagert werden.

Die Brücke befinde sich zudem im Überschwemmungsgebiet. Dort dürfen ebenfalls keine umweltgefährdenden Stoffe gelagert werden. Lagerflächen außerhalb des Baustellenbereiches kann die ausführende Firma aber nicht realisieren. Zur Zeit werde nach Lösungen gesucht, wie der Abriss und der Transport des Materials logistisch und zeitnah umgesetzt werden können.

Wann das erfolgt, sei noch offen. „Die Baufirma ist für die Sicherung ihrer Lagerflächen, die Baustelle sowie für die Verkehrssicherung verantwortlich“, erklärt Eurich.