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KulTour-Eigenbetrieb der Stadt Salzwedel will Angebot aufrechterhaltenBücherbus rollt bis zum Jahresende

Von Antje Mewes 27.10.2012, 03:18

Salzwedel l Der Bücherbus wird bis zum Jahresende weiter rollen. Diese positive Nachricht für alle Nutzer der fahrenden Bibliothek kam gestern von Joachim Mikolajczyk, Leiter des KulTour-Eigenbetriebs der Stadt Salzwedel. "Entgegen der Ankündigung im Frühjahr 2012, den Bücherbus nach Verbrauch der vom Altmarkkreis Salzwedel zur Verfügung gestellten Mittel stillzulegen, haben wir uns entschlossen, die Betreibung der Fahrbibliothek im Auftrag des Kreises bis zum Jahresende aufrechtzuerhalten", informierte er. Finanziert werden soll das Ganze aus dem Zuschuss, den der Eigenbetrieb vom Kreis für die Bibliotheken erhält. Insgesamt sind das 140000 Euro, von denen 30000 Euro eigentlich für die Bücherei in der Freydankschen Villa eingesetzt werden sollten. "An der schwierigen Finanzsituation hat sich nichts geändert", sagte Mikolajczyk.

Im Zuge der Konsolidierung der Kreisfinanzen seien die Mittel für das Bibliothekswesen von 2006 bis 2011 um 40000 Euro gekürzt worden. "Und das hundertprozentig zulasten der Zahlungen an die Hansestadt. Trotzdem wollen wir diese Aufgabe erfüllen, weil wir davon überzeugt sind, dass der Bücherbus ein wichtiger Beitrag für die Kultur und Bildung in unserer Stadt und der Region ist", erklärte der Eigenbetriebschef. Das sei in Zukunft jedoch nur gemeinsam mit dem Kreis möglich.

Was eine einvernehmliche Zusammenarbeit anbelangt, wünscht sich Mikolajczyk, dass sich die Kreistagsmitglieder einmal selbst von der Arbeit der Mitarbeiter im Bücherbus ein Bild machen. Die jüngsten Aussagen in den Ausschüssen zur Personalstärke und Effizienz könnten nur aus Unkenntnis getroffen worden sein. Mikolajzcyk: "Die Ausschussmitglieder fahren nach Dresden, um sich zu informieren, aber kommen nicht zu uns."

Schmunzeln muss er über den Vorschlag, dass die Bibliothekarinnen den Busführerschein erwerben könnten. "Das wäre so, als ob der Notarzt auch selbst den Hubschrauber fliegt." Der Fahrer arbeite immer in der Ausleihe mit. "Anders ist das gar nicht zu schaffen", so Mikolajczyk.