Salzwedel l Wer Mohammad Sepehr Sadat begegnet, fühlt sich sogleich willkommen. Der 22-Jährige ist ausnehmend höflich, stets freundlich und hilfsbereit. Jedem Menschen mit offenen Armen und ohne Vorurteile zu begrüßen, ist für den Afghanen keine Floskel, sondern gelebter Alltag.

Wenig überraschend also, dass er sofort bereit war, die Flüchtlingsmannschaft des SV Eintracht Salzwedel zu trainieren. Die wurde gegründet, als im Zuge der Flüchtlingskrise auch in der Hansestadt die Zahl der Zuwanderer schlagartig stieg. Mohammad Sepehr Sadat war hingegen schon länger in Deutschland. Er kannte sich also schon aus und war ein perfekter Ansprechpartner für jene, die sich in dem fremden Land erst einmal zurechtfinden mussten. „Ich helfe gerne anderen Menschen, gleichzeitig liebe ich Fußball. Deshalb habe ich das sofort gemacht“, erzählt er.

Übrigens qualifiziert ihn nicht nur seine Herkunft allein für die Aufgabe. Auch sportlich hat er etwas vorzuweisen, nämlich die nötige Trainerlizenz. Aber natürlich sind seine eigene Flüchtlingsbiografie und seine Sprachkenntnisse nicht wegzudenken. In der Mannschaft spielen ausschließlich syrische und afghanische Spieler. Übrigens fährt er zu den Auswärtsspielen auch den Mannschaftsbus und kümmert sich um alles, was für die Aufrechterhaltung des Spielbetriebes notwendig ist.

Hilfe auch neben dem Platz

Seine Mitspieler unterstützt er nicht nur auf dem Trainingsplatz. Auch im Privaten hilft er bei Behördengängen, übersetzt und erklärt, wie das Leben in Deutschland funktioniert. So ist Mohammad Sepehr Sadat ein bisschen von allem: Trainer, Integrationslotse und Dolmetscher. Den Einsatz des 22-Jährigen weiß man auch in seinem Verein zu schätzen. „Sein Engagement ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich junge Menschen um die Integration von Flüchtlingen bemühen können“, lobt Holger Neumann, Abteilungsleiter Fußball, der ihn für den Bürgerpreis vorgeschlagen hat.

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