Salzwedel l Jost Fischer, Vorsitzender der Salzwedeler Werbegemeinschaft, war in seinem Element. Unermüdlich moderierte er auf dem Rathausturmplatz, rührte die Werbetrommel für den Kauf von Salzkugeln und ließ sich auch vom aufkommenden Regen nicht die gute Laune vermiesen. Schließlich ist die Lichternacht nicht nur eine Veranstaltung, um den Umsatz in den zahlreichen Einzelhandelsgeschäften zu unterstützen oder ein Gaudium für die Besucher der Hansestadt; vielmehr geht es auch darum, Gutes zu tun. Denn 33 Prozent aus dem Erlös der Lotterie mit den Salzkugeln gehen jährlich an einen guten Zweck. In diesem Jahr kann sich die Jugendfeuerwehr über eine finanzielle Unterstützung über 250 Euro freuen.

Den ersten hörbaren Höhepunkt setzte die Fanfarengarde auf dem Salzwedeler Marktplatz. Von dort aus begleiteten die Musiker einen bunten Lampionumzug, der zunächst zur Katharinenkirche führte. Dort gab es neben einer Tasse Kakao für alle Teilnehmer auch das mit 1100 Kerzen aufgestellte Lichterlabyrinth – Sinnbild des Lebens – zu bestaunen. Vertreten war auch der Weltladen, in dem Sabine Noetzel fair gehandelte Waren anpries. Danach ging der Umzug zurück durch die Breite Straße und die Burgstraße. Die Fanfarengarde, die momentan 29 Mitglieder hat, ist übrigens bereits für die nächsten Jahre als fester Programmpunkt für die Lichternacht gebucht.

Bootskorso ein optischer Höhepunkt

Er gehört zu den optischen Höhepunkten der Salzwedeler Lichternacht: der bunte Bootskorso auf der Jeetze. Hunderte kleine Wasserfahrzeuge bahnten sich zur Freude der zahlreichen Zuschauer ihren Weg vom Stabensteg zur Hohen Brücke. Am Ausgangsort hatten Karl-Heinz Pollehn und Otfried Bonnes von der Salzwedeler Werbegemeinschaft, tatkräftig unterstützt von der Jugendfeuerwehr, alle Hände voll zu tun, um die Schiffchen dem nassen Element zu übergeben. Allein die Mitglieder der Werbegemeinschaft konnten in der vereinseigenen Mini-Werft mehr als 200 Schiffchen fertigen. In einem großen Anhänger hatten diese ihre Reise zum Stabensteg angetreten. Freuen konnten sich die Organisatoren der Lichternacht daneben wieder über viele in privaten Haushalten, Kindereinrichtungen oder bei den Pfadfindern gefertigte Boote. Die Fantasie der großen und kleinen Schiffskonstrukteure kannte dabei erneut keine Grenzen. Erstmals mit dabei war die junge Salzwedelerin Marie. Gemeinsam mit ihrem Vater schickte sie ein mit Mini-Kürbissen geschmücktes Halloween-Boot auf die Reise. Zwei Schwesterschiffe fertigten Klara und Emma in der heimischen Werkstatt in Maxdorf. Gemeinsam wurden beide Boote zu Wasser gelassen um wohl behalten am Ziel anzukommen.

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Begehrte Salzkugeln

Auch bei der zehnten Auflage der Lichternacht fehlte nicht das Salzkugelrennen auf der Jeetze. Pünktlich um 20 Uhr wurden die Kugeln am Stabensteg ins Wasser gelassen, um 21.30 Uhr war der Rathaus- turmplatz prall gefüllt. Mehrere Hundert erwartungsfrohe Besucher der Lichternacht hatten sich versammelt, um an der Auswertung des Salzkugelrennens teilzunehmen. Bevor jedoch die Gewinner der Hauptpreise ermittelt wurden, gab es erst einmal ein Dankeschön für die fleißigen Helfer von der Jugendwehr. Kaum war der letzte Beifall verklungen, begann die Bekanntgabe der Gewinnerkugel. Mit jedem der Preise stieg die Spannung. Wer würde wohl am Ende den großen Fernseher und den Reisegutschein über 300 Euro mit nach Hause nehmen können? Anja Freitag (Reisegutschein) und Sylvia Falkenberg (TV-Gerät) – zwei Salzwedelerinnen – konnten sich über die Preise freuen.

Freuen konnten sich auch die Salzwedeler Einzelhändler. Die Läden in der Innenstadt waren bis spät in den Abend gut frequentiert. Das lag vermutlich auch daran, dass die Geschäftsleute teilweise interessante Rabatte gewährten.