Arendsee l „Ich bin jetzt zu Hause, habe Zeit und vorsorglich Baumaterial besorgt, kann aber nicht zu meinem Wohnmobil“, machte Joachim Paul vom Vorstand des Vereins der Dauercamper vom Arendsee seinem Ärger Luft. Er dürfe zwar gucken kommen, nach dem Rechten schauen, aber nicht übernachten. Das wurmt auch die anderen vom Platz, die sonst um diese Zeit am Verschönern ihrer Behausungen und Vorgärten sind und sich auf ein Ostern mit bestem Frühlingswetter gefreut hatten.

Auch Klausenwirt Horst Danny Gergel, kurz Borschi genannt, hat nichts vom warmen Wetter: Es sind ja keine Gäste da, die seine Klause besuchen oder im Konsum Brötchen kaufen könnten. „Sonst hatten wir meist kalte Ostern und alle waren da, jetzt ist es warm, aber niemand darf kommen“, sagt er.

Aber er verstehe die Maßnahmen zum Schutz aller vor der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus. Er habe weniger Angst um sich als davor, dass sich bei ihm oder durch ihn andere anstecken und erkranken. Allerdings sagt er auch: „Die Situation ist tödlich für den Tourismus!“

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Keine Einnahmen

Das ist auch Geschäftsführer Michael Meyer von der Luftkurort Arendsee GmbH bewusst. Der Campingplatz wird von ihm ebenso wie das Strandbad, die Tourist-Information und die „Queen Arendsee“ betrieben. „Wir haben keine Einnahmen“, benennt er die schwere wirtschaftliche Lage. Gefährlich für die Firma.

Lediglich die Jahrespacht der Dauercamper fließe und sichere die Finanzierung notwendiger Ausgaben für Wasser oder Strom. Eigentlich beginnt die Campersaison am 1. April. Das ist gestrichen. Keiner dürfen den Platz aus touristischen Gründen besuchen.„Ich hoffe, dass es bald eine Lockerung der Einschränkungen gibt“ so Meyer. Ebenso hoffe er, dass am Strand und auf der „Queen“ spätestens ab Juni der Saisonbetrieb laufen könne.