Salzwedel l Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat zum Start in die neue Woche angekündigt, dass noch in diesem Jahr mit dem Impfen gegen das Coronavirus begonnen werden kann. „Wir bereiten uns schon seit längerer Zeit darauf vor“, erklärt die zuständige Dezernentin im Altmarkkreis, Kathrin Rösel auf Anfrage der Volksstimme. Auch wenn das Land dafür zuständig ist, wolle der Kreis Verantwortung beim Einrichten eines Impfzentrums übernehmen. Wichtig sei in dem Zusammenhang, welcher Impfstoff eingesetzt werden soll.

Momentan werde davon ausgegangen, dass zunächst die Corona-Vakzine von Biontech/Pfizer verwendet wird, die bei Temperaturen von minus 70 Grad Celsius gelagert werden muss. Das erfordere einen höheren logistischen Aufwand und schließe eine Impfung in Hausarztpraxen zunächst aus.

Hausärzte auch gefragt

Allerdings seien die niedergelassenen Allgemeinmediziner von der Kassenärztlichen Vereinigung bereits gefragt worden, ob sie bei Impfaktionen, wie beispielsweise in Pflegeheimen, helfen würden, berichtete der Arendseer Hausarzt Dr. Ilja Karl im Kreisausschuss.

Vorgesehen ist, das Impfzentrum in einer größeren Räumlichkeit eventuell in einer Turnhalle in Salzwedel zu etablieren. Die Container des jetzigen Fieberzentrums auf dem Salzwedeler Fuchsberg, in dem momentan die Corona-Tests vorgenommen werden, seien zu klein und außerdem nicht heizbar, erklärt die Dezernentin.

Viel Platz benötigt

Beim Impfen von vielen Menschen werde entsprechend viel Platz gebraucht. Es seien Abstände einzuhalten. Zudem sei der Kontakt zum Patienten beim Verabreichen einer Spritze viel enger, als wenn durch ein Fenster ein Abstrich genommen wird. Deshalb seien hohe Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Zu Menschen in Altenheimen würden voraussichtlich mobile Impftrupps entsandt, wie das genau erfolgen soll, sei noch zu klären. Schon jetzt sei klar, dass es dazu Unterstützung vor Ort, also von medizinisch geschultem Personal und Ärzten aus dem Altmarkkreis geben müsse. Außerdem seien die technischen Bedingungen bei der Lagerung des Impfstoffes und weitere organisatorische Voraussetzungen zu schaffen. In diese Prozesse werde das Gesundheitsamt personell eingebunden, erklärt Kathrin Rösel.

Bleibt die Frage, welche Menschen zuerst mit einer Impfung gegen das Coronavirus geschützt werden sollen, so sie denn dazu bereits sind. Dazu gebe es bislang keine Vorgaben. Vermutlich würden Mediziner und Pflegemitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen medizinischen Einrichtungen den Vorzug bekommen. Zudem sei es sinnvoll, die sogenannten Risikogruppen zuerst zu impfen, also Menschen, die aufgrund ihres Alters oder von Vorerkrankungen besonders gefährdet sind, bei einer Infektion mit dem Virus einen schweren Verlauf zu erleiden.