Salzwedel l Seit gut einem Jahr standen der Landkreis und die Hansestadt in Verhandlungen über das Museums-Areal und das historische Gebäude. In der vergangenen Woche ist der Kaufvertrag zur Übertragung unterzeichnet worden. Damit gehen die Propstei sowie das zugehörige Grundstück und eine weitere Teilfläche auf den Landkreis über, informiert Kreissprecherin Birgit Eurich. Für die Teilfläche von etwa 140 Quadratmetern zahlt der Kreis den ermittelten Verkehrswert.

Der Landkreis verfügte bisher auf der Grundlage eines Nutzungsvertrages mit der Stadt über das sogenannte wirtschaftliche Eigentum am Museum. Neben den jährlichen Bewirtschaftungsaufwendungen sind seit dem schon mehr als 700. 000 Euro in das Objekt investiert worden. So unter anderem in eine Sanierung der Heizung und des Daches, erklärt Eurich.

Keine Barrierefreiheit

Seit etwa zwei Jahren plant der Kreis, das Museum mit einem barrierefreien Zugang zu versehen. So ist vorgesehen, einen Aufzug anzubauen. Zu den aktuellen Plänen gehört ein Anbau, der neben der Umgestaltung der Ausstellung einen moderneren Zugang gewährleisten soll.

„Seit vielen Jahren nutzt der Kreis das Gebäude und betreibt dort das Danneilmuseum, in dem derzeit keine Barrierefreiheit gegeben ist. Mit Unterzeichnung des Vertrages sind nun die Weichen für den Fördermittelantrag für weitere Investitionen gestellt“, erklärt Landrat Michael Ziche.

Mehr Attraktivität

Mit den Umbauten soll es künftig allen Gästen möglich sein, die Etagen des Museums mit Hilfe eines Fahrstuhls ungehindert zu erreichen. Bislang können ältere oder gehbehinderte Menschen die Ausstellungsräume in den oberen Etagen nicht anschauen, weil die Wendeltreppen im Turm der Propstei für sie ein unüberwinbares Hindernis darstellen. Diesen Umstand hatten auch die Stadtführer von Salzwedel moniert, die mit Besuchergruppen das Danneilmuseum ansteuerten. Einige der überwiegend älteren Gäste hätten dann enttäuscht vorm Museum gestanden, weil sie es aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht besichtigen konnten. Zwar ist ein Museumsbesuch aus Zeitgründen nicht Teil der Gästeführungen, aber viele Besucher hätten gern anschließend, die über die Region hinaus bedeutsamen Dauer- und Sonderausstellungen besichtigt.

Vor diesem Hintergrund kam der Einbau eines Aufzugs ins Spiel. „Natürlich versprechen wir uns mit dieser Investition auch ein Stück mehr Attraktivität für die touristische Infrastruktur in unserem Landkreis“, sagt Ziche. Gemeinsam mit der Stadt sei Kaufvertrag ausgehandelt worden, der die nötigen Details regelt und die Grundlage für das Bauvorhaben schafft. Der Kreis will dabei von GRW-Mitteln (Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur) profitieren.

Die alte Propstei gehört zu den imposantesten Gebäuden der Hansestadt. Anna von der Schulenburg und ihr Mann Bernhard waren die letzten Herren des Adelssitzes, ehe dieser 1928 an die Stadt verkauft und gut ein Jahr später Heimstatt des Museums wurde. Als Kreis-Museum wurde es seit 1932 geführt.