Diesdorf l Die DLRG-Ortsgruppe Diesdorf steht derzeit ohne Vorsitzenden da. Offenbar gibt es interne Probleme. Auch von Unregelmäßigkeiten ist die Rede.

„Der bisherige Vorsitzende der Ortsgruppe ist zurückgetreten. Zur Zeit arbeitet der DLRG-Landesverband gemeinsam mit der DLRG-Ortsgruppe Diesdorf an der Bewältigung entstandener Probleme“, bestätigte Holger Friedrich, Geschäftsführer des DLRG-Landesverbandes, auf Nachfrage der Volksstimme. Derzeit könnten keine weiteren Informationen gegeben werden. Die Aufarbeitung laufe.

Wohl keine Kassenprüfung

Offensichtlich, so war aus dem Umfeld in Diesdorf zu hören, hatte es seit der Gründung der Ortsgruppe im Oktober 2018 unter anderem keine Kassenprüfung gegeben. Wie Friedrich betonte, versuche die Ortsgruppe aber, weiter in all ihren Betätigungsfeldern einsatzfähig zu bleiben.

Er sei am 12. Dezember „aus eigenen Stücken zurückgetreten“, teilt dazu der bisherige Vorsitzende mit. Der restliche Vorstand und er hätten sich „auseinandergelebt“, erklärte er auf Volksstimme-Nachfrage. Zu den Gründen wollte er sich nicht äußern. Er bleibe weiter Mitglied der Ortsgruppe und wolle den Einsatz der Rettungsschwimmer in der kommenden Freibad-Saison weiter koordinieren, versicherte er.

Nutzungsvertrag steht aus

Versäumnisse in Sachen Zusammenarbeit mit der DLRG- Ortgruppe gab es offenbar seitens der Kommune. So hatte die Gruppe in Diesdorf Räumlichkeiten genutzt, aber nie einen Nutzungsvertrag unterschrieben. Das solle nun umgehend nachgeholt werden, versicherte Bürgermeister Fritz Kloß, der vom Rücktritt des Ortsgruppenvorsitzenden bereits gehört hatte. „Die DLRG-Ortsgruppe wird weiterhin Räume in unserem Rathaus nutzen können, auch den Versammlungsraum für größere Veranstaltungen“, sicherte er zu. Denn die Gemeinde sehe die ehrenamtliche Arbeit als wichtige Aufgabe an, die unterstützt werden solle. „Aber wir werden demnächst einen Nutzungsvertrag mit der Ortsgruppe abschließen und auch eine Hausordnung festlegen.“ Das sei bislang tatsächlich versäumt worden und solle nun erfolgen.

Die Gemeinde war 2020 sogar bereit gewesen, ein Grundstück an die Ortsgruppe zu verkaufen, weil diese den Bau eines eigenen Schulungszentrums angestrebt hatte. Bereits 2019 hatte die Diesdorfer DLRG-Ortsgruppe das Großprojekt Schulungszentrum öffentlich gemacht. Das ambitionierte Vorhaben war indes zu voreilig gewesen. Die Finanzierung war mit dem DLRG-Landesverband nicht abgestimmt worden. Der hatte die Pläne gekippt. Somit war auch der Grundstückskauf vom Tisch.

Weitere Unterstützung durch Gemeinde

„Es war alles vorbereitet, aber wir haben den Verkauf rechtzeitig stoppen können, als sich die Veränderungen ergeben hatten.“ Somit seien der Gemeinde auch keine Kosten entstanden, erinnerte Kloß.

Trotz der neuen Problematik stehe die Gemeinde weiterhin zur Ortsgruppe, macht Kloß weiter klar: Der bisherige Ortsgruppen-Vorsitzende habe im Diesdorfer Erlebnisbad in seiner Freizeit Kurse angeboten. „Da war er sehr engagiert“, erklärt er rückblickend.

Mit den nun verantwortlichen Mitgliedern habe es bereits ein Gespräch gegeben. „Wir wollen den Kontakt weiter halten und versuchen, soweit es uns möglich ist, die Ortsgruppe zu unterstützen“, so der Bürgermeister.

Auch Ninett Schneider, Bürgermeisterin des Flecken Apenburg-Winterfeld, will weiter mit der DLRG-Ortsgruppe zusammenarbeiten, denn die Rettungsschwimmer würden für das Betreiben des Waldbades gebraucht. „Ich hoffe, dass sich alles in der Ortsgruppe klärt“, betonte sie. Mit Kassenschluss im Waldbad sei die Abrechnung im Vorjahr „sauber“ gewesen. Zwischenzeitlich hatte sich wohl ein Rechenfehler eingeschlichen.