Umfelde l Die Teilnehmer des Seminars mit dem mehrdeutigen Titel „Unsere Dörfer haben Zukunft?!“ waren sich einig: Eigentlich lebt es sich schön in den westaltmärkischen Dörfern. Sie genießen die Ruhe und die Landschaft. Die Gemeinschaft ist außerdem ein hohes Gut, das den Alltag bereichert. Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt. Die Überalterung ist spürbar, viele junge Familien zieht es nicht aufs platte Land. Geschäfte und Gaststätten schließen. Den Vereinen und Feuerwehren fehlt der Nachwuchs.

Um daran etwas zu ändern, sammelte Ulrich Storck im Umfelder Dorfgemeinschaftshaus mit den Mitwirken des Workshops fleißig Ideen. Doch vor der Lösung der Probleme steht die Suche nach den Ursachen. In kleinen Gruppen machten sich die Teilnehmer daran, den Mängeln auf den Grund zu gehen. Dabei hatten sie folgende Fragen im Blick: Woran fehlt es den kleinen Ortschaften? Warum lassen sich nicht mehr junge Familien auf dem Land nieder? Wie kann man das dörfliche Leben insgesamt lebendiger gestalten?

Grenzen überwinden

Klare Antworten auf die Fragen zu finden, fällt schwer. Aber einen Ansatzpunkt benannte Ulrich Storck: „Es reicht nicht, sich auf ‚die da oben‘ zu verlassen. Ohne Eigeninitiative geht es nicht“, nannte er die Grundlage, um etwas nachhaltig zu verändern. Von fast genauso großer Bedeutung sei es, in den Orten Grenzen zu überwinden. „Miteinander zu reden, ist die Basis. Das muss innerhalb der Dörfer beginnen. Vielleicht muss dabei auch über Schatten gesprungen werden“, benennt Storck die wichtigsten Voraussetzungen.

Die Teilnehmer nahmen diese Anregungen auf. Die Vertreter aus Tylsen empfahlen, einen Vereinsstammtisch zu gründen, um sich regelmäßig auszutauschen. Auch sollte der Kreis jener, die sich ehrenamtlich engagieren vergrößert werden. Gleichzeitig müssten die treibenden Kräfte in ihrem Tun bestärkt werden. Einigkeit bestand darüber, die Aktivitäten der Aktiven besser zu bewerben und mehr Aufmerksamkeit für ihr Tun zu erzeugen.

Nischen besetzen

Landrat Michael Ziche, der vor Ort war und mitdiskutierte, betonte, dass die Ehrenamtlichen besonders jene Nischen besetzen sollten, die der Staat nicht abdecken kann.