Pretzier l Zwei Firmen haben sich darum beworben, eine Studie zu erstellen, die am Ende herausfindet, ob in Pretzier ein genossenschaftlich geführter Dorfladen eine Zukunft hat – oder eben auch nicht. Das berichtete Ortsbürgermeister Herbert Schulze während der Sitzung des Ortschaftsrates in Pretzier. Nun liege es in der Verantwortung des städtischen Rechnungsprüfungsamtes, wer den Zuschlag bekomme, meinte Schulze – eine Firma habe wohl die Nase vorn.

Für rund 20.000 Euro soll dann eine Marktanalyse erstellt werden, die deutlich machen soll, ob in dem Salzwedeler Ortsteil ein Dorfladen betrieben werden kann. Gefördert wird die Studie mit rund 18.000 Euro aus dem Modellprogramm „DorfGemeinschaftsladen“. Auch für Neulingen bei Arendsee soll es eine solche Analyse geben. Vorbild ist die Gemeinde Deersheim (Harz). Dort wurde 2014 eine Genossenschaft gegründet, die ein Lebensmittelgeschäft im Dorf betreibt.

Kaufhalle allein reicht nicht

„Ich habe da meine Bedenken, ob sich in Pretzier genug Leute zusammenfinden, die sich auch finanziell mit einbringen werden“, eröffnete Schulze die Diskussion mit einer großen Portion Skepsis. Ratsmitglied Frank Pieper pflichtete dem Ortschef bei. „Drei Personen müssen den Kopf hinhalten, besser sind fünf“, betonte Pieper, dass beim Genossenschaftsmodell ein Vorstand benötigt werde, auf den allerhand Arbeit zu komme. „Das können eigentlich nur Rentner machen“, dachte er laut nach. Pieper zweifelte ebenfalls am Engagement der Pretzierer, die dann ja auch in einem möglichen Dorfladen einkaufen müssen, damit dieser wirtschaftlich zu betreiben ist. „Die Kaufmentalität wird abschrecken“, meinte Pieper. Viele würden weiter ins nahe Salzwedel fahren. „Wenn es ums Geld geht, kauft jeder dort ein, wo es am günstigsten ist“, sagte Pieper.

„Das Konzept Kaufhalle allein ist es nicht“, stieg das Ratsmitglied dann aber doch schon in eine Art Ideenfindung ein. Dazu soll es auch noch ein Gespräch mit der Wirtschaftsförderin der Stadt Salzwedel, Kirsten Schwerin, geben. Sie hatte auch den Förderantrag für die Marktanalyse gestellt.

Pieper brachte dann auch die Idee ein, einen kleinen Markt in Pretzier zu etablieren. Dafür würde es aus seiner Sicht reichen, wenn der Fleischer-, Bäcker- und Konsumwagen einmal wöchentlich für zwei Stunden zentral im Ort stehen würden. „Dann brauchten wir nur die Fläche bereitstellen“, meinte das Ratsmitglied.

Ärger über Grünpflege

Für Verärgerung sorgte anschließend der Zustand zahlreicher Wege und Spielplätze in den Ortsteilen Pretzier und Königstedt. Ortsbürgermeister Schulze hatte Fotos mitgebracht, die dokumentierten, dass einige städtischen Grünflächen unzureichend gepflegt werden. „Das ist ein erbärmlicher Zustand“, meinte Herbert Schulze über Wildwuchs auf dem Spielplatz im Wohngebiet am Groß-Chüdener-Weg. Schulze war aufgrund dieser Thematik bereits mit zwei Mitarbeitern des Salzwedeler Ordnungsamtes in den Orten unterwegs. Auch zugewachsene Gräben wurden dabei thematisiert. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, betonte der Ortsbürgermeister.