Einkaufen

Einzelhandel ist in Salzwedel unterschiedlich gut angelaufen

Seit gut acht Wochen ist im Einzelhandel wieder Einkaufen ohne Termin möglich. Nur eine Maske müssen Kunden tragen. Noch sind die Geschäfte in Salzwedel nicht überall so zahlreich zurück wie vor dem Lockdown.

Von Beate Achilles und Antje Mewes
Menschenmassen sind auf der Burgstraße in Salzwedel nicht unterwegs, die Einzelhändler ziehen eine gemischte Bilanz über die Resonanz der Kundschaft nach dem Lockdown.
Menschenmassen sind auf der Burgstraße in Salzwedel nicht unterwegs, die Einzelhändler ziehen eine gemischte Bilanz über die Resonanz der Kundschaft nach dem Lockdown. Foto: Antje Mewes

Salzwedel - Ein Stück Normalität ist zurückgekehrt. In Salzwedels Innenstadt herrscht mehr Leben, seit das Einkaufen wieder problemlos möglich ist. Aber spüren auch die Einzelhändler einen Aufwind?

„Die Stammkundschaft ist wieder da, und es bummeln auch schon ein paar Touristen durch die Stadt“, freut sich Ines Eggers vom Modegeschäft City Classics an der Salzwedeler Burgstraße auf Nachfrage der Volksstimme. Alles in allem sei bei ihr alles wieder „im grünen Bereich“, sagt sie. Auch wenn die Umsätze noch nicht ganz wieder so seien wie vor der Pandemie. Sie sei „froh, dass es ist, wie es ist“ und stimmt darin mit der Inhaberin des nur wenige Meter entfernten Geschäfts Holzwurm überein.

„Wir müssen mit dem zufrieden sein, was wieder geht“, sagt Wenke Wirth, die noch zwei weitere in der Burgstraße betreibt. Sie ist optimistisch, was das Einkaufsverhalten anbelangt. „Das schleift sich wieder ein“, sagt sie.

Sommer bringt Touristen

Der Sommer bringt Touristen in die Stadt, die gern einen Abstecher zum Bummeln in die Geschäfte machen. Mehr als vor der Pandemie seien es aber nicht. Sie habe nicht den Eindruck, dass der Trend zum Urlaub im eigenen Land positive Effekte auf den Einzelhandel in der Hansestadt habe, schätzt Wenke Wirth ein.

In ihren Geschäftsfeldern hat besonders der Buchhandel mit der Konkurrenz im Internet zu kämpfen. Das sei nicht neu, habe sich in der Corona-Zeit aber verstärkt. Ein Grund mehr zu hoffen, dass es nicht erneut pandemiebedingte Einschnitte ins wirtschaftliche Leben gibt. „Noch einen Lockdown überstehen wir nicht“, sagt sie.

Gute Umsätze

Von sehr guten Umsätzen spricht Claudia Arzt, eine von zehn Gesellschaftern der „Hansenbande“, die im gleichnamigen Laden an der Burgstraße ihre Kunstwerke feilbieten. Das künstlerisch geprägte Sortiment komme vor allem bei Touristen super an. „Für uns ist jetzt genau die richtige Zeit“, sagt sie im Hinblick auf die Urlaubssaison mit mehr Gästen in der Stadt.

Im benachbarten Schuhgeschäft ist Inhaberin Sabine Schulz ebenfalls guter Dinge. „Es ist gut angelaufen, wir können uns nicht beklagen“, betont sie.

Im Sommer, wenn viele Leute verreisen, sei es immer ein bisschen ruhiger. Deshalb sei sie zufrieden mit der Resonanz der Kundschaft. Wobei sie für ihr Geschäftsfeld den Vorteil sieht, dass viele Leute Schuhe lieber anprobieren und sich beraten lassen, statt sie im Internet zu kaufen.

Online-Umsätze okay

Auch Heiko Marder, der in der Kleinen St.–Ilsen Straße einen Angelshop betreibt, wirkt aufgeräumt, als die Volksstimme ihm einen kurzen Besuch abstattet. „Ich bin mit meinem Geschäft im Hobbybereich angesiedelt. Das ist ein Nischenmarkt, wo die Kunden sich gern beraten lassen und die Ware auch vor Ort in die Hand nehmen wollen“, sagt Harder. Jedenfalls habe er nicht den Eindruck, dass bei ihm viele abgewandert seien.

Auch seine Online-Umsätze seien in etwa gleich geblieben wie vor der Pandemie. Marder ist optimistisch genug, dass er auf seiner Internetseite sogar für 2021 noch einen Ausbildungsplatz anbietet.

Bei der Recherchetour durch die Salzwedeler Innenstadt trifft die Volksstimme jedoch auch auf andere Stimmen. Manche Händler wollen sich überhaupt nicht zu dem Thema äußern, andere wollen nicht genannt werden, geben aber im vertraulichen Gespräch eine pessimistische Einschätzung ab. „Ich glaube, wir werden noch viele Läden schließen sehen“, sagt eine Modeverkäuferin. Die Zahlen seien noch längst nicht wieder so wie vor der Coronakrise, und die Leute hätten jetzt endgültig gelernt, im Internet zu bestellen.

Positiv denken

Petra LietfienDiesen Eindruck hat auch Petra Lietfien. In ihrem Lederwarenfachgeschäft laufe es nur schleppend an. Klagen will sie trotzdem nicht. Sie rechne damit, dass es langsam aufwärts gehe. „Wir müssen positiv denken“, sagt sie.

Auf dem Rückweg in die Redaktion fährt ein Transporter des Logistikunternehmens UPS vorbei. Der Fahrer ist gerade dabei, in Salzwedel Online-Einkäufe auszuliefern.