Diesdorf l Dachdeckermeister Ronny Lüdemann hatte den letzten Nagel sehr sorgfältig ausgesucht: 4,8 Millimeter im Durchmesser, 260 Millimeter lang und aus solidem Stahl. Nach dem traditionellen Richtspruch von Zimmermann Kai Förster musste sich Bürgermeister Fritz Kloß so richtig ins Zeug legen, um den symbolischen letzten Nagel im Dachstuhl einzuschlagen.

Gäste, Vertreter der Gemeinde und der Verbandsgemeinde nahmen den Neubau in Augenschein: zwei im Winkel zueinander stehende Gebäude, die noch durch ein Glasdach miteinander verbunden werden sollen. Im linken sollen die Duschen und Umkleiden untergebracht werden, im rechten die Kasse und der Kiosk.

„Vor Weihnachten sollen die Dächer noch gedeckt werden“, informierte Bürgermeister Fritz Kloß. Bei der Gestaltung des Sozialbaus habe man auch die unmittelbare Nachbarschaft des Freilichtmuseums bedacht. „Ein Flachbau hätte nicht hierher gepasst“, so Kloß weiter.

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Leader-Fördermittel

Im Januar solle dann nach dem Einbau der Türen der Innenausbau beginnen, erläuterte der Bürgermeister den weiteren geplanten Gang der Dinge. Das Glasdach solle ganz zum Schluss angebracht werden. Diese Bauleistung sowie die Gestaltung der Außenanlagen müssen noch ausgeschrieben werden.

Insgesamt sei der Neubau wichtig, um den Standort zu erhalten. Immerhin habe die Gemeinde schon Auflagen der Gewerbeaufsicht erhalten.

Alles in allem werden die Kosten am Ende wohl 800.000 Euro betragen, so Kloß. Ursprünglich seien für das Bauprojekt 650.000 Euro vorgesehen, davon 350.000 Euro aus dem Leader-Förderprogramm. „Ohne die Fördermittel hätten wir das Projekt nicht realisieren können“, sagt Kloß. Feste, um Besucher ins Erlebnisbad zu locken, seien prinzipiell eine tolle Sache. „Aber wer organisiert das? Wir haben hier leider keinen so schönen Förderverein wie in Dähre“, bedauert er.

Attraktives Bad

Wenn Anfang Mai die neue Saison startet, soll der Neubau fertig sein. Nun müsse man sich als Gemeinde auch Gedanken machen, wie das Bad für Besucher attraktiver werden könne. Kloß denkt dabei vor allem an die Wassertemperatur. Die Heizung sei ursprünglich zu klein dimensioniert worden. Die Option, die Becken mit einem Blockheizkraftwerk zu heizen, habe sich nicht umsetzen lassen. Nunmehr solle der Brennkessel ausgetauscht und Absorber eingebaut werden.

Abzuwarten bleibe auch, wie sich die Betriebskosten mit dem neuen Sozialgebäude entwickeln. Andere Gemeinden hätten die Erfahrung gemacht, dass nach einer Sanierung diese Kosten nach oben schnellen, berichtet Fritz Kloß. In jedem Fall werde sich der Gemeinderat mit den Eintrittspreisen auseinandersetzen müssen. Die Tageskarte für einen Erwachsenen kostete in der vergangenen Saison 2,50 Euro. Aber die Kosten für die Jahreskarte seien zu niedrig.