Landwirtschaft

Ernte rund um den Arendsee läuft: Es ist ein durchschnittliches Jahr

Nicht überschwänglich glücklich, aber durchaus zufrieden – nach den Trockenjahren verzeichnet die Landwirtschaftsgesellschaft Arendsee bei den Ernteerträgen eine Tendenz nach oben.

Von Christian Ziems
Meter für Meter: Auf Feldern zwischen Zießau und Schrampe lief die Weizenernte reibungslos.
Meter für Meter: Auf Feldern zwischen Zießau und Schrampe lief die Weizenernte reibungslos. Foto: Christian Ziems

Arendsee - Während auf der Stadtseite der Blauen Perle bei mehreren Musikveranstaltungen gefeiert wurde, stand gegenüber jede Menge Arbeit an. Statt Lieder waren zwischen Zießau und Schrampe andere Klänge zu hören. Ein Mähdrescher zog Bahn für Bahn – eine Staubwolke immer mit dabei. Zwischendurch wurde die Maschine gestoppt, Weizenkörner flossen kontinuierlich in die nahe der Straße abgestellten Hänger. Aufmerksam beobachtete Rolf Lehmann das Geschehen und berichtet der Volksstimme spontan auf dem Feld von der laufenden Ernte. „Schade, wären nicht so viele Wolken am Himmel könnten Sie ein schönes Foto mit Mähdrescher und Sonnenuntergang machen“, schmunzelte der Geschäftsführer der Landwirtschaftsgesellschaft.

Der Regen im Frühjahr hat geholfen

Angesprochen auf den Ernteerfolg zeigte sich Rolf Lehmann vorsichtig optimistisch. Zwar gab es in den vergangenen Monaten im Vergleich zu den Vorjahren mehr Niederschläge, Rekordernten sind aber nicht in Sicht. So hatten zum Beispiel heiße Tage im Juni auch negative Folgen. Es sieht nach einem durchschnittlichen Jahr aus. „Auf alle Fälle ist im Vergleich zu den Trockenjahren besser“, schätzt Rolf Lehmann ein. Letztendlich lässt sich dies aber erst nach der kompletten Ernte genau beziffern. Gerste, Raps und Weizen standen in den vergangenen Wochen im Mittelpunkt. Unter anderem steht noch Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) auf den Feldern. Dort sieht es nicht so gut aus. Genauso wie bei den Erbsen, die die Mitarbeiter der Landwirtschaftsgesellschaft zwischen dem Ortsausgang Arendsee in Richtung Kläden gepflanzt haben. Dort hat sich viel Wildwuchs breitgemacht. Auf den Einsatz von chemischen Bekämpfungsmitteln wird verzichtet.

Zwischen den Erbsen und dem Radweg blüht es kräftig. Das Unternehmen hat dort eine Bienenweide angelegt. Fördermittel gab es dafür nicht. Das Saatgut bekam die Landwirtschaftsgesellschaft von einem anderen Unternehmen gestellt. Es ist zu beobachten: Fahrradfahrer halten an und schauen sich dort genauer um. Auf einer Informationstafel wird über verschiedene Details informiert.

Lebensraum für viele Insekten

Mit der Bienenweide soll die Biodiversität erhöht werden. Konkret: Dies ist ein Lebensraum für Insekten. Zudem bieten diese Streifen noch Nahrungsquellen, wenn andere Pflanzen bereits verblüht sind. Bienen fliegen zum Beispiel im wahrsten Sinne auf diese Bereiche. Aber auch andere Arten wie Hummeln sind für die Bestäubung wichtig. 80 Prozent der Kulturpflanzen werden durch Insekten bestäubt.

Einige Kilometer weiter lief am Sonnabend die Weizenernte. Die Ernte kann auf dem Gelände des Arendseer Unternehmens gelagert werden. Für einige Getreidesorten wurden bereits Verträge abgeschlossen. Rolf Lehmann hat mit Blick auf die Preise bereits schlechtere Zeiten erlebt. Er und seine Mitarbeiter setzen auf die nächsten Wochen, die Erntezeit geht weiter. Heu gehört ebenfalls zum Sortiment. Allerdings gestaltet sich der Verkauf dabei teils schwierig. In den vergangenen Jahren war die Nachfrage höher. Die Landwirtschaftsgesellschaft hat ihren Sitz am Hasenwinkel und bewirtschaftet knapp 1000 Hektar. Das Unternehmen achtet auf die Fruchtfolge, um die Böden nicht über Gebühr zu belasten. 500 Hektar werden als Grünfläche genutzt, hinzukommen Blühstreifen.