Radverkehr

Fahrradclub ADFC gründet Ortsgruppe in Salzwedel

Gründungsmitglieder fordern bessere Bedingungen für den Radverkehr in und um die Hansestadt Salzwedel.

Von Beate Achilles
Gründungsteam der ADFC-Ortsgruppe (von links): Andreas Schreiber, Torsten Weniger, Cathleen Hoffmann, Martin Hoffmann (ADFC-Chef Sachsen-Anhalt), Thomas Wnuck, Marco Heide.
Gründungsteam der ADFC-Ortsgruppe (von links): Andreas Schreiber, Torsten Weniger, Cathleen Hoffmann, Martin Hoffmann (ADFC-Chef Sachsen-Anhalt), Thomas Wnuck, Marco Heide. Foto: ADFC Ortsgruppe Salzwedel

Salzwedel - In Salzwedel gibt es nach Ansicht von Cathleen Hoffmann, grüne Stadträtin und Gründungsmitglied der neuen Ortsgruppe Salzwedel des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), zu wenig Radwege. Den vorhandenen Wegen attestiert sie einen schlechten Zustand. „Wir haben hier in der Stadt kein Radverkehrskonzept“, bemängelt die umweltpolitisch aktive Kommunalpolitikerin im Gespräch mit der Volksstimme. Dadurch existierten auch keine sicheren Radschulwege für Kinder.

Auf diese und andere Missstände immer wieder aufmerksam zu machen und sich für eine Verbesserung der Situation für Radfahrer einzusetzen, das hat sich die Salzwedeler ADFC-Ortsgruppe vorgenommen. In der vergangenen Woche hat sie sich auf dem Vereinsgelände des Eskadron gegründet. Zum Sprecher wurde Radaktivist Torsten Weniger gewählt. Die Radler vermissen unter anderem Radstreifenmarkierungen an den Kreuzungen und an Kreisverkehren sowie sichere Abstellmöglichkeiten am Bahnhof und in der Innenstadt.

Radtourismus stärken

Auch die Infrastruktur für Elektrofahrräder (E-Bikes) müsse verbessert werden, meint Cathleen Hoffmann: „Der Radtourismus ist eine große Chance für die Altmark. Dieser Markt boomt und es gibt einen zunehmenden Trend zum E-Bike“, unterstreicht sie. Rund ein Viertel der Radurlauber waren laut ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse 2019 bereits mit dem E-Bike unterwegs. Wie die repräsentative Onlinebefragung unter mehr als 7580 Bundesbürgern weiter zeigte, legen Radfahrer im Urlaub Wert auf gut ausgebaute, breite Radwege, sichere Infrastruktur, gute Beschilderung und leicht verfügbare Informationen über die Route. Der Elberadweg, an den der Altmarkrundkurs anschließt, lag in dieser Umfrage auf Platz zwei der beliebtesten Fahrrad-Fernwege Deutschlands. „Wir sollten die Lademöglichkeiten für E-Bike Touristen verbessern“, meint Hoffmann. Beispielsweise mit Ladepünktchen, wie sie die Mobilitätsagentur Wendland derzeit einführt. Ladengeschäfte, Gastronomie, öffentliche Einrichtungen sowie Privatleute böten dort vorhandene Steckdosen als kostenlose Lademöglichkeit für E-Radfahrer an. Das mache eine Region für diese Zielgruppe attraktiver. Solche Themen wolle die ADFC-Ortsgruppe auch in Einwohnerfragestunden des Stadtrats einbringen.

Stadtradeln Salzwedel geplant

Die Gruppe will sich künftig immer im Anschluss an die „Critical Mass“-Fahrraddemos am letzten Freitag im Monat beim Fahrradstammtisch treffen. Als erste Aktion organisiert sie Salzwedels Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb Stadtradeln. Schulen, Firmen, Sportvereine und andere Gruppen legen dabei zwischen dem 5. und 25. September möglichst viele Fahrradkilometer zurück und können damit Preise gewinnen. Die Sparkasse Altmark-West, „scm Energy“ und der Bioladen Grünland haben als Sponsoren die Teilnahmegebühr von 1090 Euro übernommen. Eine Anmeldung unter: www.stadtradeln. de/salzwedel ist bereits möglich. Die ADFC-Ortsgruppe hofft, „dass nach den 20 Tagen die Leute öfter mal das Auto stehenlassen“, so Hoffmann.