Salzwedel l Verbundenheit zu zeigen mit den Menschen, „die das Leben am Laufen halten“, das ist das Anliegen der „Fanszene Salzwedel“. Meterhohe Buchstaben verkünden diese Botschaft entlang des Zauns, der das Altmark-Klinikum Salzwedel von der Karl-Marx-Straße trennt. Ähnliche Transparente, die Aktivisten am Kaufland und entlang des Seniorenzentrums Vita aufgehängt hatten, waren am Dienstag (24. März) gegen 15 Uhr schon wieder verschwunden.

Der Gedanke, „einfach mal ‚Danke‘ zu sagen“, hätte sich den Unterstützern der 1. Herrenmannschaft des SV Eintracht Salzwedel beinahe aufgedrängt, sagt Tim Engling. Er legt Wert darauf, kein Sprecher der „Fanszene“ zu sein. „So etwas haben wir nicht“, sagt er. Die „Fanszene“ sei „ein lockerer Haufen“ von Fußballfreunden und ursprünglichen Salzwedelern. Gemeinsam gehe es ihnen darum zu zeigen, dass Solidarität und das Miteinander der Menschen in einer Stadt vor allem gefragt sind, „wenn die Dinge nicht so gut laufen und es keinen Anlass gibt, Party zu machen“.

Besondere Orte für besondere Menschen

Eine besondere Botschaft haben die Akivisten auch mit den Orten verbunden, die sie für ihre Transparente ausgewählt hatten. „Wir möchten die Leute zum Nachdenken bringen“, sagt Engling. Alten- und Krankenpfleger, Ärzte, Verkäufer, Hausmeister, die Mitarbeiter der Logistik-Unternehmen. Sie alle bringen Höchstleistungen im Dienst der Menschen unserer Region. „Die meisten von denen haben selber Angst sich anzustecken“, sagt Engling: „Das sind Menschen mit Familien und Kindern. Die haben einen Haushalt zu versorgen und müssen trotzdem jeden Tag ran, um für andere da zu sein.“ Darüber werde angesichts gehorteter Klopapier-Rollen und leerer Nudelregale zu wenig gesprochen.

Mehr Nachdenken wünschen sich die Mitglieder der „Fanszene“ auch im Blick auf Arbeitszeiten und Einkommen der genannten Berufsgruppen. „Es ist ja nicht erst seit gestern so, dass diese Menschen arbeiten bis zum Umfallen und das Geld oft nicht zum Leben reicht“, sagt Tim Engling.

Corona sei nicht die letzte Herausforderung, der sich unsere Gesellschaft gemeinsam stellen müsse. Es wäre zu wünschen, dass die aktuelle Situation Anlass bietet, dauerhaft den Rücken der Menschen zu stärken, deren Schultern auch künftig die Hauptlast zu tragen haben.