Höddelsen l Die Anregung zum Nachdenken gab es während der Jahreshauptversammlung im Februar dieses Jahres. „Da hat uns Bert Juschus, Vorsitzender des Ordnungs- und Feuerschutzausschusses des Verbandsgemeinderates, nahegelegt, uns mal einen Kopf zu machen, wie es künftig werden soll“, erinnert sich Neuekrugs Ortswehrleiter Marko Kuballa.

„Wir wissen, dass das Gerätehaus nicht das neueste ist. Zudem ist unsere Wehr mit der Bezeichnung ,Beobachtungsstatus‘ gekennzeichnet. Deshalb haben wir uns zusammengesetzt und ein Zukunftskonzept erarbeitet“, beschreibt Vize-Wehrleiter Christoph Schulz die Herangehensweise. Ziel sei es gewesen, dieses bis zur Stippvisite von Verbandsgemeinde(VG)-Wehrleiter Ronny Runge und dem Diesdorfer Gemeindewehrleiter Volker Brauer fertig zu haben. „Wir haben es dort vorgestellt. Die beiden waren positiv überrascht“, schildert Christoph Schulz.

34-seitiges Konzept

Entstanden ist ein 34-seitiges Papier, das während der Sitzung des Ordnungs- und Feuerschutzausschusses in Beetzendorf mit viel Lob bedacht wurde. „Die Jungs haben die gesamte Wehr analysiert. Sie sind sogar soweit gegangen, dass sie bundesweit Informationen eingeholt haben, um ein kostengünstiges System für eine Gerätehaus-Alternative zu finden“, lobte Ausschussmitglied Udo Riechmann. Sie hätten sogar das Dorfgemeinschaftshaus mit einbezogen, weil es dort Toiletten gebe. Während einer der nächsten Versammlungen müsste darüber gesprochen werden, wünschte er sich. Ronny Runge versicherte, dass der Gedanke in der Risikoanalyse schon berücksichtigt sei. Bert Juschus freute sich, dass seine Anregung Früchte getragen habe.

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Beleuchtet sind im Konzept unter anderem die allgemeine Situation, das Gerätehaus, der Feuerwehrstandort und das Personalkonzept. Ein Lösungsvorschlag für die Zukunft ist entwickelt.

Einsatzkleidung schimmelt

Das jetzige Gerätehaus sei nicht isoliert und nicht geheizt, verfüge nicht über Sanitär- und Sozialeinrichtungen, merkt Christoph Schulz an. Manche Aktive hätten ihre Einsatzkleidung im Kofferraum des Autos, damit diese nicht schimmelt, wie es beim Aufbewahren im Gebäude schon vorgekommen sei, fügt er hinzu. Es sei im Umfeld kein Parkplatz vorhanden. Beim Herausfahren des Autos stehe man gleich auf einer öffentlichen Straße. „Hier noch zu investieren, wäre hinausgeworfenes Geld“, merkt Daniel Schulz an, der beim Erarbeiten des Papiers ebenfalls mitgewirkt hat. Eine Alternative könnte eine Systemleichtbauhalle mit einem Duo-Bürocontainer sein, die auf einer der Gemeinde gehörenden Wiese nahe des Dorfgemeinschaftshauses aufgestellt werden könnte, schlagen die Wehrleute vor. Und das zu einem moderaten Preis im fünfstelligen Bereich. „Das hat den Vorteil, dass wir die Toiletten im Dorfgemeinschaftshaus und den vorhandenen Parkplatz nutzen könnten“, beschreibt Marko Kuballa. Mit dem einstigen Bürgermeister-Büro gebe es einen Raum für kleinere Besprechungen. Der Saal im Dorfgemeinschaftshaus könne für größere Versammlungen genutzt werden. Zudem befinde sich eine Scheune auf dem Grundstück, in der bereits jetzt einige Feuerwehrutensilien gelagert würden.

Rettungsfrist kann eingehalten werden

„Wenn unser Vorschlag fürs neue Gerätehaus vom Träger befürwortet und in der Folge auch finanziert werden sollte, dann bieten wir unsere Hilfe bei der Umsetzung gern an. Wir würden selbst beim Aufbau mit zupacken“, kündigt Christoph Schulz an. Er ist sich sicher, dass es auch Unterstützung aus dem Ort geben würde.

Die Aktiven der Neuekruger Wehr sind davon überzeugt, dass sie auch künftig gebraucht werden. Denn die Diesdorfer Wehrmitglieder würden es nicht schaffen, binnen von zwölf Minuten ab Alarmierung, so die gesetzlich vorgeschriebene Frist, in bewohnten Orten wie Neuekrug und Reddigau zu sein. „Wir können es zeitlich aber abdecken“, sagt der Ortswehrleiter. Das haben die Mitglieder in ihren Standortkonzept ebenfalls dargestellt.